Führungswechsel bei der Melsunger Polizeistation zum 1. November

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Führungswechsel: Gerd Kümmel (rechts) löst den bisherigen Polizeistationsleiter Gerhard Baier ab, der in den Ruhestand geht. Baier hat in seinem Dienstzimmer etliche dieser witzigen Polizistenfigürchen gesammelt, die vom der Polizeigewerkschaft herausgegeben werden.

Melsungen. Der Verkehr auf der B 487 könnte bei der Polizei demnächst zur Chefsache werden. Das ist der tägliche Arbeitsweg von Gerd Kümmel, der ab 1. November die Leitung der Polizeistation Melsungen übernehmen wird.

Der 50-jährige Erste Polizeihauptkommissar ist in Bergheim zuhause.

Kümmel wird Gerhard Baier ablösen, der in den Ruhestand geht. Seit Anfang September ist der Neue bereits in Melsungen und lässt sich vom scheidenden Stationsleiter in die Dienstgeschäfte einweisen.

Die unterscheiden sich deutlich von Kümmels langjähriger Tätigkeit als Leiter einer Führungsgruppe bei der Kriminalinspektion Kassel. „Fast alles hier ist neu, aber man hat das ja irgendwann mal gelernt“, sagt der verheiratete Vater einer zehnjährigen Tochter. Von der Berufung nach Melsungen sei er „überrascht und geehrt“, denn er habe sich nicht beworben, sondern sei gefragt worden, berichtet Kümmel.

Gefahren erkennen

Bei allen Kollegen in fünf Melsunger Dienstgruppen hat sich der künftige Chef inzwischen vorgestellt. Was der Stationsleiter neben der direkten Personalverantwortlichkeit außerdem zu tun hat, erkundet Kümmel derzeit im Team mit Gerhard Baier. Der erklärt: „Jede Straftat, jede Ordnungswidrigkeit geht hier noch mal über den Tisch.“ Der Chef müsse all diese Vorgänge nicht nur für die Polizeistatistik aufbereiten, sondern vor allem auch Unfallschwerpunkte, Gefahren- und Kriminalitätsbrennpunkte im Kreisteil identifizieren. Und dann geeignete polizeiliche Maßnahmen einleiten.

Dabei helfe oft auch die Kenntnis örtlicher Verhältnisse, macht Kümmel ein Beispiel: Wenn etwa eine Kreuzung besonders unfallträchtig sei, nütze es wenig, die Beschilderung dort zu verschärfen, wo ortskundige Anlieger ohnehin nicht darauf achten. Wirksamer seien mobile Bußgeldkontrollen: „Beim Geld lassen sich viele eher packen.“

Da spricht der Neue auch aus Erfahrung. Als Wachtmeister hatte er seinerzeit angefangen, ging von Bergheim in die Metropole Frankfurt, musste mit dem Abi in der Tasche nicht zur Bundeswehr, doch nicht zuletzt hatten ihn auch die „958 D-Mark bar auf die Hand“ gelockt. Kümmel: „Das war damals eine Menge Geld für einen 18-Jährigen.“

Abschied von Gerhard Baier

Was Gerhard Baier für die Zukunft lockt, sind seine vielen Aufgaben als Ortsvorsteher und Sportfunktionär in Frielendorf-Verna sowie sein neu angeschaffter Schrebergarten. Die Polizeiarbeit habe er bis zuletzt mit Hingabe und Überzeugung gemacht, erzählt der fast 60-Jährige.

Das sehen auch all jene so, bei denen Baier seine Abschiedsrunde dreht, berichtet Kümmel, der dabei mitgeht: „Alle wünschen sich, der Kontakt zur Polizei möge so gut bleiben, wie er bisher war.“

Quelle: HNA

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