Menschen vor Gericht: Blüten fehlten beim Prozesstermin – Verhandlung wurde vertagt

Fünf falsche Scheine für Marihuana

Treysa. Noch kein Urteil wurde im Falle zweier Angeklagter aus dem Altkreis Ziegenhain gesprochen, die sich wegen Geldfälschung vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten mussten.

Die fünf gefälschten 200-Euro-Scheine, die im Januar durch die beiden 35- und 30-jährigen Angeklagten an eine Zeugin geraten waren, lagenam Verhandlungstag dem Gericht nicht vor. Sie liegen bei der Bundesbank und konnten somit im Hinblick auf die Aussagen der beiden Angeklagten nicht vom Gericht auf ihre Echtheit geprüft werden.

Der 35-Jährige sagte vor Gericht aus, er habe die 1000 Euro von einem Bekannten aus dem Schwalm-Eder-Kreis erhalten, um für diesen Marihuana zu bersorgen. „Es hat wie echtes Geld ausgesehen“, sagte der 35-Jährige. Er habe den 30-Jährigen angesprochen, der ihm das Marihuana habe beschaffen wollen, und ihm die 1000 Euro gegeben. „Er sagte, er wäre in 20 Minuten zurück. Ich habe ihm vertraut“, berichtete der 35-Jährige weiter.

„Er kam und hat mich gefragt, ob ich ihm Gras besorgen kann“, erzählte der 30-Jährige. Er gab zu, sich auf den Handel eingelassen zu haben, ohne die Drogen tatsächlich zu besorgen.

„Ich hab mich über die 1000 Euro gefreut“, sagte er. Er habe zu dem Zeitpunkt kein Geld gehabt und Schulden bei seiner Ex-Freundin aufgrund eines Autounfalls im Urlaub.

Geldscheine waren neu

Dass es sich bei den fünf 200-Euro-Scheinen um Falschgeld handelte, habe er nicht wirklich erkennen können. „Vielleicht einmal im Leben hatte ich 200-Euro-Scheine“, erzählte der 30-Jährige. Das Geld sei neu gewesen, was ihm komisch vorgekommen sei, als er es seiner Ex-Freundin gegeben habe, um seine Schulden zu begleichen. Er habe ihr geraten, damit zur Bank zu gehen und es prüfen zu lassen, was sie auch getan habe. Daraufhin sei auch die Polizei benachrichtigt worden.

Zur Aussage der Ex-Freundin des 30-Jährigen und der beiden weiteren geladenen Zeugen kam es nicht. Der Richter bestand auf die Prüfung des Geldes. Er verwies auf die Aufklärungspflicht des Gerichtes und beraumte von Amts wegen einen neuen Termin für Anfang nächsten Jahres ein. (zhk)

Quelle: HNA

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