Fünf Frauen und ein Baby - eine Fünf-Generationen-Familie in Lenderscheid

Geballtes Mütterwissen um Baby Annelie: hinten von links Oma Melanie Grösch (45) und Uroma Elke Dietz (65), vorne von links Ur-Uroma Liesel Dietz (91), Mutter Elisa Baumgartl (22) und Ur-Uroma Annchen Reith (92). Foto: privat/nh

Lenderscheid. Ganz friedlich schläft Annelie auf dem Arm ihrer Mutter Elisa. Mit ihrer Geburt am zweiten Weihnachtstag im Ziegenhainer Krankenhaus hat Annelie etwas ganz Besonderes geschafft.

In dem Frielendorfer Ortsteil Lenderscheid ist eine Fünf-Generationen-Familie entstanden.

Zwei Ur-Uromas

Nicht nur das ist eine Rarität. Gleich zwei Ur-Uromas gibt es jetzt in der Familie. Denn glücklich über die Geburt ihrer ersten Ur-Urenkelin ist nicht nur Liesel Dietz sondern auch Annchen Reith.

Gar nicht so einfach ist es für den Außenstehenden die Familienverhältnisse aufzudröseln - selbst wenn man die Männer weglässt. Da sind erst einmal die Nachnamen: Grösch, Dietz, Reith und Baumgartl heißen die Frauen in den fünf Generationen. Das Alter der Frauen: 92 und 91 - 65 - 45 - 22 - vier Wochen.

92 Jahre trennen Annelie von ihrer Ur-Uroma Annchen Reith - die Großropperhäuserin ist die einzige der Frauen, die nicht in Lenderscheid wohnt - und 91 Jahre von ihrer Ur-Uroma Liesel Dietz. Die beiden hätten es sich nicht träumen lassen, Ur-Uroma zu werden, erzählt die Mutter der kleinen Annelie, Elisa Baumgartl. Jeden Tag hätten sie gebetet, dass sie gesund bleiben, um das noch erleben zu dürfen. Und in der Tat seien beide Ur-Uromas auch noch relativ fit, meint Elisa Baumgartl. Jetzt freuen sie sich gar auf gemeinsame Spaziergänge mit dem Kinderwagen.

Alle in der Nachbarschaft

Der Familienzusammenhalt ist in der Lenderscheider Fünf-Generationen-Familie etwas besonderes, das wird schon an den räumlichen Verhältnissen deutlich. Deshalb wird Babysitten bestimmt kein Problem werden, ist die junge Mutter überzeugt: Die frischgebackene Oma Melanie Grösch wohnt im Haus vis-a-vis der kleinen Annelie, die beiden Ur-Omas ein paar Straßen weiter in Lenderscheid Am Radeberg in gegenüberliegenden Häusern und Ur-Uroma Liesel Dietz mit den Baumgartls in einem Haus.

Oma arbeitet im Kindergarten

Auch wenn die kleine Annelie von dem geballten Fundus an Mütterwissen in der Familie profitiert, Vollzeit-Oma wird zunächst erst einmal keine werden. Denn ihre zwei Jahre Elternzeit möchte Elisa Baumgartl in Anspruch nehmen, bevor sie wieder in ihren Besuch als Zahnmedizinische Fachangestellte einsteigt.

Die ersten Entwicklungsschritte ihres Kindes will sie selbst miterleben. Im Kindergarten in Lenderscheid wird Annelie dann auf ihre Oma Melanie Grösch treffen. Die 45-Jährige arbeitet dort als Erzieherin.

In viele Generationen Familienerfahrung wurde die kleine Annelie hinein geboren. Ihre Mutter Elisa Baumgartl bezeichnet sich als Familienmensch: „Das ist das Schönste, das man haben kann.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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