Wellcome-Projekt seit 2016 im Wolfhager Land

Für das Wellcome-Projekt des DRK werden noch Familien gesucht

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Arbeiten ehrenamtlich für das Projekt „wellcome - Praktische Hilfe nach der Geburt“: (von links) Irmtraud von der Heid, Kathrin Kögel, Koordinatorin Urte Willmann-Festl, Sonja Lehmann und Claudia Hänel. 

Wolfhagen. Erst mangelte es an den Ehrenamtlichen, nun fehlen die Familien.

Das Projekt „wellcome - Praktische Hilfe nach der Geburt“ hatte Ende vergangenen Jahres nach Ehrenamtlichen gesucht. Nun haben sich vier Frauen im Alter zwischen 34 und 65 Jahren gemeldet und sind bereit junge Familien aus dem Altkreis Wolfhagen zwei Mal wöchentlich zu entlasten.

Doch bislang haben sich nur wenige Familien bei der Koordinatorin von wellcome in Wolfhagen, Urte Willmann-Festl, gemeldet. „Jetzt haben wir die Ehrenamtlichen, aber die Familien fehlen“, sagt sie. Sie vermutet, dass vielen Familien das Vertrauen fehle, sein Kind sogar für nur kurze Zeit abzugeben. Außerdem falle es vielen schwer, sich einzugestehen, dass man im Alltag nicht mehr alles ohne Probleme meistern könne. „Für viele heißt es dann sofort, man sei mit dem Kind überfordert – doch dem ist nicht so“.

Aber für die Familien, die eben keine Eltern oder Freunde in der Nähe haben, ist es eine große Entlastung das Kind für eine Stunde abzugeben, um dann den Haushalt, Organisationen oder Ähnliches zu erledigen, erklärt sie. Wenn Unterstützung fehlt, springen die Ehrenamtlichen von wellcome ein. Sie helfen so, wie es Familie, Freunde oder Nachbarn tun würden.

Urte Willman-Festl und auch die Ehrenamtliche wissen, dass auch insbesondere wenn es bereits das zweite Kind ist, der Alltag nicht ohne ist. „Wenn das ältere Geschwisterchen beispielsweise krank ist, kann es durchaus hilfreich sein, wenn eine Ehrenamtliche mal ein Stündchen mit dem Baby spazieren geht“, sagt Urte Willmann-Festl.

Seit Beginn dabei ist auch Claudia Hänel. Das Projekt siedelte nach Baunatal, Vellmar und Eschwege im Jahr 2016 auch in Wolfhagen an. Damals war sie sofort begeistert von dem Projekt und bekam zwei Familien zugewiesen.

„In beiden Familien wurde mir sofort viel Vertrauen entgegengebracht. Das war super“. Zwei mal wöchentlich habe sie sich um das Kind der Familie gekümmert. Spazieren gehen, Vorlesen oder einfach spielen. Die Ehrenamtlichen, die alle selbst Mütter oder schon Omas sind, haben nicht nur durch die eigene Erfahrung ein Händchen für die Betreuung der Kinder. In einigen Ehrenamts-Treffen tauschen sie sich auch untereinander über Tipps und Erfahrungen aus. Mit dabei ist auch Koordinatorin Urte Willmann-Festl, die Erzieherin ist. Sie leitet die Damen in den ersten Treffen an.

Das Projekt finanziert sich durch Spenden, erklärt Willman-Festl. „Für die Betreuung zahlen Eltern einen kleinen Obolus– etwa ab einem Euro. Sie dürfen selbst entscheiden, wie viel.“, sagt sie. Das Geld gehe dann an das Deutsche Rote Kreuz. Dadurch können dann auch die Fahrtkosten für die Ehrenamtlichen erstattet werden.

Quelle: HNA

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