Melsungen, Spangenberg und Felsberg bekommen 75 000 Euro für Zusammenarbeit

Fürs Sparen gibt es Geld

Drei Rathäuser im Kreisteil: Melsungen (von links im Uhrzeigersinn), Spangenberg und Felsberg arbeiten im Bereich Personalverwaltung zusammen. Archivfotos: Brückmann, Rohde, Gehlen

Melsungen. Zwölf Städte und Gemeinden werden zur Fusion gezwungen – dieses Horrorszenario für Kommunalpolitiker wird in Rheinland-Pfalz Realität. Angesichts leerer Kassen könnte dies irgendwann ebenfalls auf hessische Kommunen zukommen. Dass es auch ohne Zwang geht, beweisen drei Städte im Kreisteil Melsungen.

Zusammenarbeiten ohne die Selbstständigkeit zu verlieren – das ist das Prinzip der interkommunalen Zusammenarbeit. Seit 2007 wird dies von Felsberg und Melsungen in der Personalverwaltung praktiziert.

„Bewerberauswahl, Organisation der Vorstellungsgespräche, Entgeltabrechnung, Sozialversicherung – es geht um alles, was in diesem Bereich anfällt“, sagt Thomas Garde, Leiter des Personal- und Hauptamtes Melsungen.

500 Arbeitsstunden im Jahr leisten die Melsunger für Felsberg. Der Drei-Burgen-Stadt wird dies in Rechnung gestellt. Trotzdem spare Felsberg so 12 000 Euro im Jahr. Denn durch die Bündelung können Aufgaben schneller und effizienter erledigt werden.

Künftig werden die Melsunger schrittweise Aufgaben der Stadt Spangenberg übernehmen. Dort werden die Einsparungen trotz geringerer Stundenzahl höher ausfallen – weil die entsprechenden Personalkosten dort größer sind.

Für die Zusammenarbeit der drei Städte gibt es nun Geld: Mit 75 000 Euro fördert das Land Hessen das Projekt. Bei einem Treffen in Melsungen machten alle Beteiligten deutlich, dass dies erst der Anfang ist. Durch erweiterte Richtlinien sei heutzutage eine Zusammenarbeit in vielen Bereichen möglich, sagte Staatssekretär Werner Koch: Feuerwehr, Güterverkehrszentren, freiwilliger Polizeidienst, Breitbandausbau.

In den Städten und Gemeinden stießen solche Pläne allerdings auch auf Widerstand, erklärt Claus Spandau vom Kompetenzzentrum Interkommunale Zusammenarbeit (Kikz) in Hessen: Gemeindevertreter befürchteten den Verlust der Selbstständigkeit, kommunale Mitarbeiter hätten Angst um ihre Jobs. „Dabei verliert niemand seinen Arbeitsplatz durch interkommunale Zusammenarbeit“, sagt Spandau. Schlanker werden sollen die Kommunen durch die Stellenstreichung, wenn Mitarbeiter in Ruhestand gehen.

Bürgermeister Peter Tigges bezeichnet die Kooperation im Personalbereich als Einstieg. Man denke auch über die Zusammenarbeit in anderen Bereichen wie dem Meldewesen nach. Ziel sei aber nicht eine Zentralisierung in Melsungen, sagte Thomas Garde. So könnten auch Arbeiten aus der Bartenwetzerstadt nach Spangenberg oder Felsberg verlagert werden.

Von Göran Gehlen

Quelle: HNA

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