Enten an der Schwalm leiden Not: Füttern ausnahmsweise erlaubt

Machen es richtig: Nicole Grimm mit Colliemix Sheila (rechts) und ihre Zwillingsschwester Tanja Grimm mit Goldenretrievermix Lulu an der Schwalm in Treysa, im Hintergrund die Entenwiese.

Schwalmstadt. Wer in diesen Tagen Mitleid mit den Enten am Wiegelsweg in Treysa hat, darf die darbenden Tiere durchaus füttern. Das sagt Dr. Wulf Rheinwald als Vogelschutzbeauftragter der Schutzwarte Frankfurt für die Stadt Schwalmstadt und Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe.

„Aus hygienischen Gründen bin ich eigentlich kein Freund von Fütterung“, schränkt der Experte ein. Aber jetzt litten die Tiere, die sich an der offenen Stelle der Schwalm gesammelt haben, unter Hunger, weil die Natur ihnen nichts bietet. Über 100 wurden dort gezählt.

Die meisten Wasservögel der Gegend seien allerdings zu offenen Bereichen etwa an der Fulda davon gezogen, berichtete Rheinwald. Dort sei noch Fressen zu finden.

Dr. Wulf Rheinwald

Im Raum Schwalmstadt ist der Bereich Wiegelsweg nicht weit vom Schwalmstadion der beliebteste Sammelplatz. Etwa das Teichhuhn ist nicht in der Lage, sich günstigere Winterquartiere zu suchen, Rheinwald rechnet mit höheren Verlusten. Auch der Eisvogel kommt nicht mit der Witterung zurecht, gleicht dies im Jahresverlauf aber mit bis zu drei Brutzeiten aus.

Die einwandfrei häufigste Art am Wiegelsweg sind Stockenten. Vogelexperten sehen es mit Sorge, dass sie sich etwa mit Hausenten vermischen, „doch ist diese Bastardbildung nicht zu verhindern“, weiß Rheinwald. Schon um diese Jahrzeit sei emsige Pärchenbildung zu beobachten, gebrütet werde dann oft an kuriosen Plätzen etwa in Gärten.

Wer die Tiere jetzt füttern möchte, kann laut Rheinwald trockenes Brot, auch Getreide und Haferflocken seien möglich. Das Futter sollte etwas abseits des Weges abgelegt werden.

Wer sogar zu Ausgaben bereit ist, kann im Fachhandel Futterpellets für Wasservögel besorgen. Ganz wichtig sei es, die Tiere nicht zu stören und aufzujagen, „jedes Auffliegen ist jetzt Gift für sie“.

Rheinwald appelliert daher an Hundebesitzer, ihre Tiere derzeit besonders konsequent anzuleinen, damit die Vögel nicht aufgeschreckt werden. Rheinwald: „Die Tiere leiden jetzt Not, sie sollten nicht zusätzlich Energie verlieren.“

Quelle: HNA

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