Mobilfunkmast in Sand nach Widerspruch abgeschaltet

Im Fokus: Der Mobilfunkmast in Sand wurde durch die Bundesnetzagentur abgeschaltet. Foto: Ulbrich

Bad Emstal. Wer derzeit in Bad Emstal als Telekom-Kunde und Nutzer des D1-Netzes versucht, mit seinem Handy zu telefonieren oder ins Internet zu gehen, hat schlechte Karten. Grund dafür: Der Mobilfunkmast am Sportplatz auf der Sander Höhe wurde plötzlich abgeschaltet.

Damit kommt es sowohl im hauptsächlich für Telefonie genutzten GSM-Netz als auch im UMTS-Netz (Internet) zu erheblichen Versorgungsproblemen im Mobilfunknetz der Telekom in weiten Bereichen der Gemeinde Bad Emstal.

Bereits vor einigen Monaten hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet, die gegen die Aufrüstung des Senders und eine zu hohe Strahlenbelastung protestiert hatte (wir berichteten). Der Grund für die aktuelle Abschaltung: Ein Anwohner hatte gegen die Standortbescheinigung der Anlage Widerspruch eingelegt. Die Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur ist Grundlage für den Betrieb der Station. Die Rechtsabteilung der Telekom versuche derzeit, durch einen so genannten Sofortvollzug die Anlage schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen, sagte Sprecher André Hofmann.

Sollte dies jedoch nicht gelingen, müssten sich die Bürger in Bad Emstal noch bis zum 11. Juni mit den Einschränkungen abfinden. Denn erst dann laufen die entsprechenden Fristen ab, an die sich auch die Bundesnetzagentur halten muss. Laut Telekom-Sprecher Hofmann sei dies eine sehr unschöne Situation, die man ausdrücklich bedauere. Man bitte aber auch um Verständnis, dass man sich an die rechtlichen Vorgaben halten müsse, sagte der Pressesprecher der Telekom.

Die Bundesnetzagentur bestätigte den Vorgang der Abschaltung aufgrund des Widerspruches. Zum Zeitpunkt der Wiederinbetriebnahme konnte der Sprecher der Agentur, René Henn, nichts sagen. Bürgermeister Ralf Pfeiffer kann die verärgerten Bürger verstehen. Es habe massive Anrufe von erbosten Emstalern gegeben.

Es sei eine erhebliche Verschlechterung der Kommunikation für Bürger, die Bädergemeinde aber auch Unternehmen eingetreten, finanzielle Verluste seien nicht ausgeschlossen. Dadurch herrsche sehr viel Frust, doch der Gemeinde seien die Hände gebunden, sagte Pfeiffer. Merkwürdig sei zudem für ihn, warum man die Anlage durch die Netzagentur komplett abgeschaltet und nicht nach einer Zwischenlösung gesucht habe.

Die Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI), Veronika Papenhagen-Stannick, sagt: „Das war nicht unsere Zielrichtung. Wir wollen nämlich nicht, dass die Bürger nicht mehr telefonieren können.“ Sie glaube, dass die Abschaltung eine bewusste Provokation in Richtung der Bürgerinitiative sei.

Ihren Informationen zufolge hätten nämlich einige Kunden des Telekom-Handynetzes D1 am Dienstag durchaus Empfang gehabt. Sie persönlich begrüße zwar die Abschaltung der Mobilfunkanlage auf der Sander Höhe, dies spiegele jedoch nicht die Meinung der BI wider. Die einzig richtige und sinnvolle Entscheidung sei, den Standort des Mastes zu verlegen, und zwar weiter vom Wohngebiet entfernt.

Dies sollte ihrer Meinung nach auch im Interesse der vielen Kinder und Sportler sein, die sich rund um den Sportplatz tummeln.

Weiterer Kritikpunkt der Vorsitzenden in dem Zusammenhang ist, dass die Anlage frei zugänglich sei und selbst die Starkstromkästen nicht eingezäunt seien. (uli)

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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