Chance für die Wolfsschänke?

Fußball-Fanclub will Gaststätte auf dem Ofenberg übernehmen

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Steht leer: Die Wolfsschänke auf dem Ofenberg unterhalb des Aussichtssturms muss dringend saniert werden. Der Wolfhager Fußball-Fanclub Wolfsrudel möchte die Immobilie von der Stadt übernehmen.

Wolfhagen. Die Zeichen stehen gut, dass die seit rund einem Jahr leer stehende Wolfsschänke auf dem Wolfhager Ofenberg bald wieder mit Leben gefüllt wird.

Heute Abend sind die Wolfhager Stadtverordneten gefordert, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, ob die Immobilie, die der Stadt gehört, an den Wolfhager Fanclub von Borussia Mönchengladbach übergeben wird.

Das „Wolfsrudel“, wie sich der aus gut 50 Personen bestehende Club nennt, hatte kürzlich im Haupt- und Finanzausschuss unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Konzept für eine Übernahme präsentiert. Dieses Konzept soll Grundlage für einen Vertrag zwischen der Stadt, die weiterhin Eigentümerin der Immobilie bleiben wird, und einem laut Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) noch zu gründenden Trägerverein sein.

Im Kern sieht das Konzept vor, dass das Wolfsrudel die Gaststätte nicht ausschließlich als Vereinsheim nutzt. Die Schänke beim Ofenbergturm sei ein attraktives Ausflugsziel, so Schaake. Das sollte in der Planung berücksichtigt werden.

Öffentliche Veranstaltungen

Und so sieht das Konzept vor, dass vom neuen Trägerverein pro Jahr „mindestens vier öffentliche Veranstaltungen“ angeboten werden müssen. Im ersten Jahr der Übernahme solle die Wolfsschänke „an mindestens 20 frei wählbaren Tagen“ als eine Art öffentliches Gasthaus mit reduziertem Angebot seine Pforten öffnen. Ab dem zweiten Jahr, wenn die wesentlichen Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein dürften, soll die Öffentlichkeit dann an „mindestens 30 Sonntagen sowie an weiteren 30 frei wählbaren Tagen“ Zugang haben, so der Bürgermeister.

Das sei im Sinne der Stadt, der das Ausflugsziel erhalten bliebe, aber auch für den Verein, der damit Aussicht auf Einnahmen habe. Im Übrigen plane der Verein auch, Räumlichkeiten zusätzlich für private Feiern zu vermieten.

Unterm Strich verspreche die Kooperation für beide Seiten Vorteile. Mit der Überlassung übernehmen die Wolfhager Gladbach-Fans die Verpflichtung zur Sanierung und zum Unterhalt der Wolfsschänke. Die Arbeiten wollen die Vereinsmitglieder in Eigenleistung erbringen, was nach Ansicht von Schaake kein Problem sein dürfte: „Das sind alles gestandene Leute“, mit entsprechenden handwerklichen Fähigkeiten. Die Stadt werde, den Beschluss des Parlaments vorausgesetzt, in den ersten drei Jahren einen überschaubaren Zuschuss zu den Materialkosten beisteuern.

Kosten für Stadt zu hoch

Das Interesse des Wolfsrudels sei gewissermaßen ein Glücksfall, denn um die Schänke wieder als klassisches, verpachtbares Gasthaus fit zu machen, müsste die Stadt bis zu 600 000 Euro investieren. Geld, das wohl nie wieder über eine Pacht hereingeholt werden könnte, so Schaake. Die Alternative wäre Leerstand und Verfall.

Angesichts der Bemühungen, die Finanzen der Stadt zu konsolidieren, versuche die Stadt, Liegenschaften so wirtschaftlich wie möglich zu betreiben oder auch zu verkaufen. „Abschmelzen“ nennt das der Bürgermeister, der auf das Beispiel Viesebeck verweist, wo die Alte Schule verkauft wurde und nun allein der sanierte Hessenkrug als Gemeinschaftsgebäude für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Bewirtschaftet wird das Gebäude von einem Förderverein.

Die Sitzung des Wolfhager Stadtparlaments beginnt am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr in der Stadthalle.

Quelle: HNA

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