Fußballcamp des DFB: Junge Leute trainieren in Neukirchen

Geschicklichkeit: Brian Kammer (10) versucht, über einen Rollstuhl-Parcours zu kommen. Und Luis Glockengießer (rechts) schneidet mit einem Restsehvermögen von zehn Prozent einen Apfel, der trägt dafür eine spezielle Brille, die das simuliert.

Neukirchen. Lernen, wie es sich mit einem Handicap lebt: Darum geht es unter anderem für Jungs und Mädchen aus dem Rhein-Main-Gebiet, die noch bis Sonntag Ferien im Knüll machen. Verteilt auf vier Mannschaften sind sie Teilnehmer eines Fußballcamps des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Ermöglicht wird die Freizeit von der Egidius-Braun-Stiftung.

 „Ziel ist es nicht, ein Trainingslager zu organisieren, sondern die soziale Kompetenz spielerisch zu fördern“, erklärt der DFB-Jugendfreizeitleiter der Stiftung und Mitglied im Jugendausschuss des Hessischen Fußball-Verbandes Manfred Lotz.

Im Knüllhouse steht für die jungen Sportler, die zwischen elf und 13 Jahre alt sind, und ihre Trainer nicht allein der Fußball im Vordergrund, sondern unter anderem auch ein Fairness-Training, Bogenschießen, Bewegungsspiele und Entspannungsübungen. Am Montag stand in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen ein spezieller Parcours auf dem Trainingsplan: Die Teilnehmer lernten, wie sich Sport mit einer körperlichen Einschränkung anfühlt. „Die Sportjugend widmet sich mit diesen Experimenten dem Thema Inklusion. Wir möchten für Behindertensportarten sensibilisieren und zeigen, dass man gemeinsam Sport treiben kann“, sagt Barbara Bruce-Micah.

Fürs Training konnte etwa Max Kunzmann, Fachwart Judo beim Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS), gewonnen werden. Beim Blindenfußball leitete Robert Warzecha, Spieler der Fußball-Nationalmannschaft der Blinden, die Jungen und Mädchen an.

Teilnehmer Brian Kammer (10) testete seine Geschicklichkeit im Rollstuhl-Parcours. „Doch ziemlich schwierig, einen Rollstuhl überhaupt zu lenken“, lautet sein Fazit. Luis Glockengießer (11) versuchte sich im Schneiden von Äpfeln - mit einer Restsehfähigkeit von zehn Prozent, das wird durch eine spezielle Brille simuliert. „Man sieht nicht mal mehr die Schale. Und natürlich auch nicht, wohin das Messer wirklich schneidet“, beschreibt er seinen Eindruck.

Noch bis Sonntag werden die jungen Leute ihre Erfahrungen machen, auch im Umgang miteinander. „Wir möchten mit gezielten Bausteinen die Akzeptanz und das Sozialverhalten fördern und stärken“, sagt Manfred Lotz.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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