Seit 111 Jahren Zuchtbetrieb Rameil: Fischteiche, Hofladen und Großhandel

Futter bei die Fische

Fütterung per Hand: Hermann Rameil (oben) in der Fischzuchtanlage. Sobald das Futter im Wasser ist, schnappen die Fische danach. Nur wenige Zentimeter groß sind die Forellen im Alter von zehn Wochen (rechts). Fotos: Kiele

Fritzlar. Fisch muss frisch ausgeliefert werden. Der Tag beginnt für Herrmann Rameil, Chef des Fischzuchtbetriebes auf der Ederinsel in Fritzlar, deshalb schon um 6 Uhr. Er ist Herr über 700 000 Fische, die in den Teichen seiner Anlage schwimmen.

Rameil ist Fischwirtschaftsmeister und leitet den Betrieb in Fritzlar schon in der vierten Generation. Sein Urgroßvater Emil gründete die Forellenzucht vor 111 Jahren als eine der ersten in Deutschland. Heute ist sie eine der größten und modernsten landesweit.

Wenn er das Futter ins Becken wirft, schnellen die Forellen nach oben und schnappen danach. Sechs Mal am Tag werden sie gefüttert, vollautomatisch inzwischen. Regenbogenforellen, Bachforellen und Saiblinge schwimmen in den 18 Fließkanälen, die von dem kalten und sauerstoffreichen Ederwasser gespeist werden – mit 1000 Liter pro Sekunde.

„Vom Ei bis zum Speisefisch“, erklärt der 52-jährige die Aufzucht im eigenen Betrieb. 18 Monate wachsen die Regenbogenforellen in den Teichen, die Bachforellen bleiben 24 Monate.

Die Eier werden im Quellwasser in der Forellenaufzuchtanlage in Altendorf, einem Stadtteil von Naumburg (Landkreis Kassel), groß gezogen. Dort entspringt die Quelle direkt auf dem Grundstück. In einem Becken in der Anlage tummeln sich 30 000 kleine Forellen. Durch einen Futterautomaten bekommen sie regelmäßig Nahrung. „An den kleinen runden Bäuchlein erkennt man, dass die Forellen satt sind“, sagt Rameil

Forelle und Karpfen

16 Hektar groß ist das Betriebsgrundstück in Fritzlar. Vier Hektar sind für die Forellen reserviert, acht Hektar für die Karpfen. Auf der übrigen Fläche stehen Betriebsgebäude und das Wohnhaus der Familie. Über den Teichen sind große Netze gespannt, die die Fische vor räuberischen Vögeln schützen.

Im Lager werden die Fische in einer Sortiermaschine nach Größe geordnet. Die Forellen werden geschlachtet und als Filet, Grillforelle oder als Räucherforellen für die Kunden angeboten. „20 Prozent der Ware wird im Hofladen verkauft, 30 Prozent geht über den Fischgroßhandel“, erklärt Rameil. Weitere Abnehmer sind Angelsportvereine, Hotels, die Gastronomie und Räuchereien.

„15 Kilogramm Fisch essen die Deutschen pro Person im Jahr, davon sind 500 Gramm Forellen“, berichtet der 52-Jährige. Zu Hause bei den Rameils kommt natürlich ein- bis zweimal pro Woche Fisch auf den Tisch.

„Es ist ein schöner Beruf, in dem man was bewirken kann“, sagt Herrmann Rameil. Zu tun gäbe es immer etwas. Die nächste Generation möchte den Fischzuchtbetrieb auf jeden Fall weiterführen.

www.fischzucht-rameil.de

Von Franziska Kiele

Quelle: HNA

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