400 Fans im Wolfhager Kulturzelt erleben grandiose Show mit Stefanie Heinzmann

Gänsehaut und Glücksgefühle

Kleine Frau ganz groß: Stefanie Heinzmann begeisterte gut 400 Fans mit grandioser Show im Kulturzelt. Fotos: zhf

Wolfhagen. Es ist ein Instrument aus der alpenländischen Volksmusik, das am Freitagabend im Kulturzelt die große Wende bringt. Für Stefanie Heinzmann ein Stück Heimat, ist das Walliser Hackbrett in der Popmusik doch eher ein Fremdkörper.

Nicht aber, wenn Percussionist Ephraim Salzmann behutsam die Saiten anschlägt und erste, orientalisch anmutende Klänge durch die Boxen über die Teichwiesen schickt. Dann sind die ersten 20 Minuten des Konzerts schnell vergessen, in denen Heinzmann eher durch gutes Mittelmaß glänzte und in der von Supportact Seven zurückgelassenen Begeisterung unterzugehen drohte.

Gefühlvoll springt sie auf die Klangwelle ihres Musikers auf, stimmt die ersten Zeilen von „Too Close“ an, jener düsteren Soul-Nummer mit den markanten Dubstep-Sounds, mit der der Brite Alex Clare 2011 eine Gänsehaut-Epidemie ausgelöst hat. Doch es ist mehr als irgendein Coversong. Heinzmann macht ihn im Nu gänzlich zu dem ihren, um am Ende mit einem Brett aus Energie und Band-Power für eine Millisekunde den Atem ihrer gut 400 Fans stocken zu lassen. Ehrfurcht weicht frenetischem Jubel, Gänsehaut einem ungeahnten Glücksgefühl. Und so soll es weitergehen. „Fire“, „Coming up for Air“, „Second Time Around“ - unfassbar, mit welch Tiefe die neuen Titel der gerade einmal 23-Jährigen daherkommen. Die kleine Frau hat sich zu einer ganz Großen gemausert, seit sie mit Hilfe von Stefan Raab und dem Hit „My Man is a Mean Man“ vor sechs Jahren auf die großen Bühnen gehievt wurde.

Sympathische Sängerin

Sie singt vom großen weiten Meer, von dem Schatz, nachdem alle suchen. Die sympathische Frau mit der markanten Brille hat ihn gefunden, das ist ganz deutlich zu hören und zu spüren. Stefanie Heinzmann ist angekommen, spirituell und emotional, wie sie selbst sagt. Ihre „Fonky Fonks“ dürften ihr Übriges dazu getan haben, die Begleitband, die Heinzmann als ihre Familie bezeichnet.

Ihre zwei „Sonnen“, die Backgroundsängerinnen Cheri Kedida und Carmen Bayard, schmettern und hauchen mit ihrer Chefin in „Show me the Way“ um die Wette und harmonieren dabei mit dem Rest der Schweizer Show-Truppe, wie es nur gute Freunde können. Genremäßig breit aufgestellt, spielen sie sich über knapp zwei Stunden von mitreißendem Funk über verträumten Pop hin zu von verzerrten Gitarren getragenem Rock. Stillstehen ist nicht mehr möglich, die nun dauerhaft nach oben zeigenden Mundwinkel entspannen nur beim lautstarken Mitsingen von Hits wie „Diggin’ in the Dirt“ oder „The Unforgiven“.

Der Heinzmann-Energie ist kein Entkommen mehr und mit ihrem „Love Fever“ lassen sich die Wolfhager zum Ende einer grandiosen Show nur zu gern infizieren.

Am Montag im Kulturzelt: Ab 20 Uhr Traumfänger-Variete´ mit Brian O‘Gott.

Quelle: HNA

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