Tipps zur Winterfütterung von Vögeln: "Gärten sind oft zu steril"

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Naturerlebnis im Garten: Otto Reinhard ist passionierter Vogelkundler.

Ob Vogelhäuschen, Futtersilo oder Meisenknödel - in vielen Gärten ist der Tisch für die Vogelwelt gedeckt. Ob diese Fütterung notwendig ist, wie man den Garten so gestaltet, dass Vögel  gut durch das Jahr kommen, darüber haben wir mit Otto Reinhard gesprochen.

Der 64-Jährige ist stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Oberelsungen und passionierter Vogelkundler.

Von Schnee und Eis ist nichts zu sehen. Sollte man trotzdem die Vögel im Garten füttern? 

Otto Reinhard: Beim Füttern der Vögel steht das Naturerlebnis im Vordergrund. Wer gerne Vögel beobachtet, der kann die Tiere auch jetzt füttern. Grundsätzlich notwendig ist das im Winter aber nicht. Bei extremen Schnee- und Kälteperioden helfen die Futterstellen den Vögeln aber dabei, gut durch den Winter zu kommen.

Welche Vogelarten kann man denn an den Futterstellen beobachten? 

Reinhard: Von den etwa 300 Vogelarten, die es bei uns gibt, kommen zehn bis 15 an die Futterhäuschen. Dazu gehören zum Beispiel Sperlinge und Meisen. Auch Kleiber, Amseln, Finken und Rotkehlchen sind derzeit in den Gärten zu beobachten. Nicht alle gehen an ein Futterhäuschen dran. Buchfinken und auch Rotkelchen suchen eher am Boden nach Nahrung.

Und was schmeckt den Tieren? 

Reinhard: Überwiegend gehören die Vögel, die im Winter hierbleiben, zu den Körnerfressern. Es gibt viele fertige Mischungen mit Sonnenblumenkernen und Wildblumensamen. Man kann auch selbst Haferflocken mit Öl oder Kokosfett mischen oder Apfelstückchen auslegen. Da freuen sich zum Beispiel Amseln und Rotkelchen drüber.

Bietet man das Futter besser im Silo oder dem klassischen Vogelhäuschen an?

Reinhard: Besser ist es, die Körner im Futtersilo anzubieten, weil das nicht so schnell verschmutzt und das Futter sauber und trocken bleibt. Wer ein Vogelhäuschen hat, muss es öfter putzen.

Was können Gartenbesitzer tun, um das natürliche Nahrungsangebot zu erhöhen?

Reinhard: Nicht so viel Ordnung halten. Oft sind unsere Gärten zu steril. Man tut den Vögeln zum Beispiel etwas Gutes, wenn man nicht alles Laub wegräumt sondern einen Teil unter den Büschen liegen lässt. Bei der Obsternte kann der eine oder andere Apfel ruhig am Baum hängen bleiben. Und auch die Samenstände von heimischen Stauden und Sträuchern wie Distel, Vogelbeere, Heckenrose oder Holunder sollte man über den Winter stehen lassen. Auf diese Nahrung sind die Vögel eingestellt. Wichtig sind für viele Vögel auch alte Bäume mit grober Rinde und Totholz. Darunter finden zum Beispiel Gartenbaumläufer und Kleiber ihre Nahrung. (mex)

Infos gibts im Internet: www.nabu.de

Quelle: HNA

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