Bunte Bussarde und Falken in der Schwalm kommen aus Dänemark

Gäste aus dem Norden

Schwalm. Jetzt im Winter sind sie wieder überall an den Straßenrändern zu sehen: große Greifvögel – manche ganz dunkelbraun, andere fast weiß und kleine Falken mit spitzen, langen Flügeln. Was suchen die Vögel an den Straßen und wo kommen sie her?

Bei den großen Greifen am Straßenrand handelt es sich um Mäusebussarde. Entgegen der landläufigen Meinung, die Weißen kämen aus dem hohen Norden, ist die Tönung daher auch kein Hinweis auf die Herkunft der Vögel. Durch Beringungsergebnisse ist aber bekannt, dass die in unserem Raum am Straßenrand sitzenden Bussarde sowohl einheimische Brutvögel sind, als auch Wintergäste aus Nord- und Osteuropa. Für Tiere aus Skandinavien wurden schon Zugstrecken von fast 3000 Kilometern nachgewiesen.

Ganz aktuell bestätigt das ein beringter Turmfalke. Der Vogel ist im Januar in Treysa in einer Regentonne ertrunken und trug einen Ring aus Dänemark, berichtet der Vogelschutzbeauftragte Dr. Wulf Rheinwald. Turmfalken sind aufgrund ihrer geringeren Größe nicht ganz so winterhart wie die Bussarde. Die anhaltende Schneephase im Dezember führte daher zum Abzug vieler Falken nach Südeuropa. Allmählich kehren die Tiere wieder zurück, vereinzelt haben sie in der Schwalm auch erfolgreich überwintern können.

Trotz dieser Anpassungen im Zugverhalten verhungern viele Bussarde und Turmfalken in kalten, schneereichen Wintern wie im Dezember 2010. Durch die hohe Schneedecke fehlt ihre aus Mäusen bestehende Hauptnahrung. Nur an den Straßenrändern sorgen Schneeräumung und Streusalz für offene, schneefreie Stellen. Hiervon werden die hungrigen Vögel in der Hoffnung auf eine Mäuse-Beute magisch angezogen. Auch überfahrene Tiere dienen dann als Nahrung. Dabei kommen vor allem Mäusebussarde aber häufig auch selbst im Straßenverkehr um.

Viele Kollisionen könnten verhindert werden, wenn man damit rechnet, dass sich der Bussard blitzschnell auf eine Maus am anderen Straßenrand stürzen kann. Wer einen toten Bussard oder anderen Vogel findet, sollte immer prüfen, ob der Vogel an den Beinen einen Metallring trägt und die Ringnummer dann weitermelden. Wer weiß, vielleicht stammt auch er aus Norwegen oder Dänemark?

Von Stefan und Heinz Stübing

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare