Seit seinem Bestehen hat sich der Ferienpark stark gewandelt – Der Weg für Dauernutzung ist nun frei

Die Gäste wurden dort sesshaft

Damals: In den 1980-Jahren konnten die Häusener Feriengäste noch den nahgelegenen Teich zum Baden nutzen. Vor allem auf Familien mit Kindern war der Ferienpark damals ausgerichtet. Heute nutzt der örtliche Angelverein das kleine Gewässer für seinen Sport. Das Bild stammt aus einem Werbeprospekt. Fotos: Repro 1/ Schittelkopp1 

Hausen. Rappelvoll war der Ferienpark Aulatal in seiner Blütezeit während der 1980er-Jahre: Bis zu 120 000 Übernachtungen zählte die Verwaltungs-GmbH damals. „Das stärkte die Wirtschaft in der gesamten Region“, sagte Bürgermeister Klaus Wagner.

Die Idee, einen Feriengebiet in Hausen zu errichten, stammte vom ehemaligen Bürgermeister Karl Dippoldsmann. 1977 gründete Horst Schäfer eine Bau- und Verwaltungs-GmbH, um den Ferienpark zu verwirklichen. Ein Jahr später stand das erste Musterhaus. In vier Bauabschnitten entstanden von 1979 bis 1983 die 97 Häuser der Anlage.

Die Verwaltung warb damals bundesweit, so kamen sowohl Käufer als auch Gäste aus ganz Deutschland: Hessen, Ruhrgebiet und Berlin. Bereits während der Bauarbeiten reisten die ersten Urlauber an: Möglich wurde dies durch einen cleveren Werbeschachzug. „Urlaub auf der Baustelle“ hieß damals das Motto – die Kinder bestaunten Bagger und Bauarbeiter.

In einem Werbeprospekt der 1980er-Jahre wird das Freizeitangebot rund um den Ferienpark gepriesen: Tennisplatz, Schwimmteich, Spielplatz, Kegelbahn, Wanderrouten und der neu entstandene Golfplatz. Die Einrichtung der Häuser galt als modern. Der Ferienpark trug dazu bei, dass Hausen 1990 das Prädikat Erholungsort bekam.

Zu Beginn der 1990er-Jahre führte die Gemeinde eine Kurtaxe ein. Die Folge: die Gästezahlen gingen zurück. Die Verwaltungs-GmbH verkaufte den Park an einen Privatmann. 1998 gründeten Hauseigentümer und die Gemeinde die noch heute bestehende Verwaltung. Bereits in dieser Zeit lebten einige Aulataler dauerhaft in den Ferienhäusern.

Bewohner wurden geduldet

In einer außergerichtlichen Einigung wurde beschlossen: die Dauergäste werden geduldet. Doch dieses Bleiberecht bezog sich nur auf die Bewohner, Erben oder neue Käufer blieb die dauerhafte Nutzung verwehrt.

Heute verwaltet die GmbH noch 20 Häuser. Feriengäste stammen sowohl aus Deutschland als auch aus den Niederlanden. 40 Personen haben ihren Lebensmittelpunkt in dem Ferienpark eingerichtet. Ein Großteil der Häuser wird privat vermietet oder selbst genutzt. 2012 zählte die Verwaltung 15 700 Übernachtungen im Ferienpark – ein Zehntel der ehemaligen Belegung. „Wie es mit der Verwaltungs-GmbH weitergeht, müssen wir sehen“, sagte Bürgermeister Wagner.

Im März machte die Gemeindevertretung endgültig den Weg für Bewohner frei, die immer im Ferienpark leben. Sie wies das Gebiet als Besonderes Wohngebiet aus. Widerstand hatte sich aus den SPD-Reihen geregt. Die Befürchtungen waren, dass die anliegende Gaststätte weniger Umsatz machen sowie sich das Leerstandsproblem in der Gemeinde verschärfen könnte. Artikel unten

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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