Kriminalität im Schwalm-Eder-Kreis ist rückläufig – Hohe Aufklärungsquote

Schwalm-Eder. Eine Gesellschaft ohne Verbrechen gebe es nicht, sagte Achim Kaiser, Leiter der Regionalen Kriminalinspektion, bei der Präsentation der Kriminalitätsstatistik 2010. Doch die Polizei sei bemüht, das Verbrechen so gering wie möglich zu halten. Dafür sei die Zusammenarbeit mit den Menschen wichtig.

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HNA-Themenseite vom 3. März 2011

Recht erfolgreich war die Polizei im Landkreis bei der Verbrechensbekämpfung. Angesichts einer Aufklärungsquote von 64,5 Prozent bei 7499 Fällen – es ist die beste in Nordhessen und hessenweit die zweitbeste – leben Ganoven im Schwalm-Eder-Kreis gefährlich. Doch das vielschichtige Gesicht der Kriminalität hat sich in den vergangen Jahren gewandelt.

Diebstähle gehen zurück

Nahmen in den 70er und 80er-Jahren Diebstähle den Spitzenplatz ein, machen sie heute ein Drittel der Fälle aus. Insgesamt waren es im vorigen Jahr 2496 Fälle. Dass sich das Delikt auf einem niedrigen Niveau einpendelt, liegt nach Darstellung von Achim Kaiser und Polizeipressesprecher Giesa daran, dass sich die Aufklärungsquote verbesserte (40,4 Prozent) und dass nur selten viel Geld zu holen ist.

Nach den Erkenntnissen der Polizei haben sich die Aktivitäten der Ganoven ins Internet verlagert. Den Löwenanteil dabei machen Betrügereien mit Warenbestellungen aus: 219 von 504 Betrugsfällen wurden über das Internet begangen.

Viele sind zu gutgläubig

Obwohl die Kriminalität im weltweiten Netz erst seit fünf Jahren erfasst wird, lässt sich ein Aufwärtstrend ablesen: Von 221 Fällen vor fünf Jahren stieg die Zahl auf 466 an – trotz der Aufklärungsquote von 92 Prozent. Zurückzuführen ist das auch darauf, dass 2008 dafür Fachkommissariate eingerichtet wurden.

Einen Grund für die Ausbreitung der Internetkriminalität sieht Giesa in der Gutgläubigkeit der Nutzer. Dies nutzten Kriminelle skrupellos. Genauso die Gier nach Schnäppchen, die für viele Nutzer teuer zu stehen kommt. Der Rat der Polizei: Vorsicht bei besonders lockenden Angeboten sowie bei der Preisgabe von Daten wie der Kontonummer.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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