Euro Art in Willingshausen: Auch ehemalige Stipendiaten stellen am Festtag ihre Werke im Ort aus

Ganzes Dorf lebt mit der Kunst

Gasthaus Stamm: Hier wird Verena Waldmüller (links) aussstellen. Das Konzept stammt von Kati Werkmeister. Foto: Rose

Willingshausen. Die Willingshäuser haben ein Bewusstsein für ihr kulturelles Erbe, öffnen sich aber gleichwohl auch für neue, moderne Wege in der Kunst: Beides gilt es bei der Jahrestagung der europöischen Künstlerkolonien, der Euro Art, zu verbinden.

Und das scheint zu gelingen. Ehrgeizig sind die Pläne für den Festtag am Sonntag, 13. Oktober. Dann soll sich das Dorf in ein Schaufenster der Kunst verwandeln. Mit dabei sind nicht nur viele Willingshäuser, auch zwölf ehemalige Stipendiaten sowie befreundete Künstler werden für eine lebhafte Auseinandersetzung sorgen.

Das Konzept hat sich die Leiterin der Kunsthalle Kati Werkmeister zusammen mit der Künstlerin Anja Köhne überlegt. „Wir wollen der Kunst im Ort Raum geben. Und zwar sollen die Werke dort präsentiert werden, wo sie auch hinpassen“, erklärt Werkmeister. Mittlerweile seien die Willingshäuser Stipendiaten in der ganzen Welt verstreut. Einige schickten aber trotzdem Werke für die Ausstellung, andere seien am Festtag selbst mit dabei. Das Spektrum ist groß: Es reicht von Holzschnitten über Malerei, Fotos, Collagen bis hin zu Skulpturen, Videos und Installationen. „Über Kunst soll mit den Gästen ein Dialog enstehen“, wünscht sich die Leiterin der Kunsthalle. Viele Willingshäuser stellen für den Festtag ihre Scheunen oder Garagen zur Verfügung, leer stehende Ladenlokale sollen zur Ausstellungsfläche werden. „Einige Helfer haben den Stipendiaten spontan einen Schlafplatz angeboten“, erzählt Werkmeister. „Wir wollen deutlich machen, dass der Ort mit seiner Kunst lebt.“

Video im Wohnzimmer

Sich Kunst nicht nur anzuschauen, sondern sie auch selbst zu erfahren, auch das soll am Festtag möglich sein. Michael Lampe und Kristin Lohmann bereiteten etwas zum Mitmachen für die Besucher vor. Kunst an ungewöhnlichen Ort zu entdecken, ist ebenfalls Ziel. Julia Charlotte Richter etwa zeigt ihr Video in einem Willingshäuser Wohnzimmer, Marcel Krummrichs Fotografien werden in einer ehemaligen Bäckerei zu sehen sein. Die Skulptur „Wurst-Bier-Maschine“ von Verena Waldmüller soll im Gasthaus Stamm aufgebaut werden. „Es wäre schön, wenn sich Spender finden würden und die Skulptur auch in Zukunft in Willingshausen bleiben könnte“, sagt Werkmeister.

Und zur Orientierung ist ein Faltblatt erarbeitet worden, das am 13. Oktober in Willingshausen verteilt wird.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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