1225-Jahr-Feier: Chronik schildert das Leben im Homberger Stadtteil Holzhausen

Ein ganzes Dorf spannt an

Der Stolz des Bauern: Früher war es keine Selbstverständlichkeit, dass ein Landwirt vier Pferde vorspannen konnte. Es war ein Zeichen von Wohlstand. Foto: privat

Holzhausen. Strenge Regeln beherrschten früher den Alltag im Homberger Stadtteil Holzhausen – und wohl nicht nur dort: Am Dreschtag richtete sich die Reihenfolge streng nach der Ankunft der Einzelnen am Dreschplatz. Daher fuhren einige pfiffige Holzhäuser ihre Wagen bereits in der vorhergehenden Nacht in die Nähe der Dreschmaschine. Ihre größte Sorge angesichts des Freiluft-Standplatzes: „Hoffentlich hillt sich des Wetter“.

Solche und ähnliche Anekdoten sind in einer Dorfchronik gesammelt worden, die zur 1225-Jahr-Feier des Ortes und zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr erarbeitet worden ist. Gefeiert wird vom 2. bis 5. Juni 2011.

Auf 200 Seiten hat die Arbeitsgruppe Chronik zusammengetragen, was Holzhausen ausmacht: Glockenguss und Eisenhütte, Karneval und Märchenstraße, eine engagierte Vereinsgemeinschaft und das Efzewasser inmitten des Dorfes mit seinen vielen Brücken. Karl-Heinz Trieschmann, Oskar Breiding und Alfred Faust führten als Redaktionsteam die Arbeitsgruppe an.

Umgerechnet 40 Generationen lebten in den vergangenen 1225 Jahren in Holzhausen, dessen Ersterwähnung sich im Jahre 786 im „Breviarium sancti Lulli“ des Klosters Bad Hersfeld befand. Kriege, Hunger und Kräfte zehrende Arbeit, aber auch technischer Fortschritt und gesellschaftlicher Zusammenhalt prägten das Leben durch die Jahrhunderte.

Dem Eisenwerk als einträglichstem und der Landwirtschaft als traditionsreichstem Wirtschaftszweig sind im Buch eigene Kapitel gewidmet.

Ebenso werden schulisches und kirchliches Leben, die als Segen und Fluch empfundene Efze und die ehemaligen Mühlen, die Einwohnerentwicklung und das Vereinsleben beleuchtet. Ein ausführliches Kapitel ist dabei der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes gewidmet, die mit ihrem 100-jährigen Bestehen im kommenden Jahr zu einem Doppeljubiläum beiträgt.

Natürlich dürfen auch einige Anekdötchen nicht fehlen: Dabei laden Erinnerungen an den „Holzhäuser Bauernkrieg“ um die Koppelhute am Sandberg und an den gemeinsamen Dreschtag „ver de geringen Liere“ (Besitzer kleiner Ländereien) zum Schmunzeln wie auch zum Nachdenken ein. Das Buch ist für 15 Euro während des Adventsnachmittags sowie bei Karl-Heinz Trieschmann, der Bäckerei Glanz, dem Second-Hand-Laden und den beiden Frisörsalons in Holzhausen erhältlich.

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Von Sigrid-Ehl von Unwerth

Quelle: HNA

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