HNA-Serie zu alten Gasthäusern im Schwalm-Eder-Kreis

Wirt des Gasthauses zur Krone in Körle: „Brand war Segen und Fluch“

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2015 komplett renoviert: Nach einem Brand musste der Innenbereich des Gasthauses Zur Krone komplett neu gemacht werden. Wirt Sukha Othi (links) und Achim Erbeck, Vorsitzender des FörderVereins, an der Theke. 

Körle. Die Haken, an denen früher die Pferde vor der Weiterrreise über den Körler Berg festgemacht wurden, befinden sich heute noch am Gebäude. Sie zeigen: Das Gasthaus Zur Krone war schon vor Dutzenden von Jahren ein Treffpunkt.

Damals nicht nur für die Körler selbst, sondern auch für Leute auf der Durchreise. Ein Treffpunkt ist das Gasthaus nach wie vor. „Hier kommen nicht nur Körler her, sondern auch viele aus Kassel und Melsungen“, sagt Wirt Sukha Othi (49). Die Krone ist auch das Vereinslokal der TSV Rot-Weiß Körle.

Dass es heute neben deutschem Essen auch indische Spezialitäten gibt, sei anfänglich nicht nur auf Zustimmung gestoßen, sagt Othi. An die würzigeren Speisen hätten sich einige erstmal gewöhnen müssen. Denn als Othi mit seiner Familie das Gasthaus Ende 2014 pachtete, war die indische Küche etwas Neues im Gasthaus. Die zahlreichen Pächter, die die Krone vor Othi betrieben, boten ausschließlich deutsche Kost.

Das Haus, das vermutlich am Anfang des 19. Jahrhunderts als eines der ersten in Körle gebaut wurde, ist seit 2005 im Eigentum des Fördervereins. Der Verein habe sich damals gegründet, um zu verhindern, dass das Gasthaus seine ursprüngliche Funktion verliert, erklärt der Vorsitzende Achim Erbeck.

Pachtvertrag des Gasthauses lief aus

Denn von 1967 bis 2005 war die Genossenschaftsbrauerei Malsfeld die Eigentümerin. Als sie insolvent ging, sei unglücklicherweise auch der Vertrag mit dem damaligen Pächter ausgelaufen, sagt Erbeck. „Das Gasthaus musste veräußert werden und so bestand die Gefahr, dass irgendein Spekulant das Haus kauft.“ Um zu verhindern, dass das Haus nicht mehr als Gaststätte genutzt wird, gründeten 80 Körler damals den Förderverein und kauften die Krone für 130.000 Euro. „Wir konnten das Gasthaus nicht einfach aufgeben“, sagt Erbeck. Schließlich sei es eine Körler Institution und zudem das Vereinslokal des TSV. Auch der Musikzug und das Ahle Blech nutzen die Räume zum Üben.

Das Gasthaus Zur Krone im Jahr 1951: Eine Postkarte zeigt das Haus von außen und innen. Heute ist der Förderverein Eigentümer des Gebäudes. 

Gerade zwei Monate lang war Othi der neue Wirt des Gasthauses, da stand das Haus am 28. Februar 2015 in Flammen. Durch die starke Rauchentwicklung waren die Räume nicht mehr zu gebrauchen. Sechs Monate war das Gasthaus zu, das Inventar im 1970er-Jahre-Stil wich einer modernen Landhaus-Einrichtung, von der Beleuchtung bis hin zum Fußboden – alles musste neu gemacht werden. „Der Brand war Segen und Fluch zugleich“, sagt Erbeck heute. Der Brand habe enorm viel Arbeit verursacht, „aber sie hat sich gelohnt“.

Mit der Ausstattung sei man nun wettbewerbsfähig, die Krone sei Restaurant, Dorfkneipe und Veranstaltungsort zugleich. „Hier kann es passieren, dass man gemütlich essen geht und dann plötzlich die TSV Handballer reinstürmen und einen Sieg feiern“, sagt Erbeck. Für ruhigere Stunden gibt es einen Nebenraum, die „Gurre Stubbe“, für Feste einen großen Saal mit einer eigenen Theke. 

Quelle: HNA

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