Neujahrsempfang der Stadt Wolfhagen

Gastredner Dieter Posch: Nordhessen wird sich verändern

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Zünftiger Auftakt: Traditionell eröffneten die Jagdhornbläser den Neujahrsempfang.

Wolfhagen. Es waren weniger Besucher als im Jahr zuvor, die sich in die Wolfhager Stadthalle begeben hatten, um bei einem Gläschen Sekt und dem einen oder anderen Bier das Jahr zu begrüßen. Die Gäste erlebten im Gegensatz zu früheren Empfängen eine kompaktere Veranstaltung ohne ausufernde Redebeiträge.

Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) und Stadtverordnetenvorsteher Burkhard Finke (SPD) hatten zu Beginn einige Hände zu schütteln. Aus Politik, Wirtschaft, Kirche sowie aus Vereinen und Verbänden aus Wolfhagen und ganz Nordhessen hatten Vertreter den Weg in die Stadthalle gefunden, in der Dank vieler Blumen ein Hauch von Vorfrühling zu spüren war und in der die Big Band der Musikschule Wolfhager Land für kurzweilige Zwischentöne sorgte.

Hessens früherer Staatsminister Dieter Posch (FDP) lenkte in seinen Worten den Blick auf die Herausforderungen, vor denen die Menschen in den kommenden Jahren stehen werden. Im Jahr 2030 würden in Deutschland sechs Millionen Arbeitnehmer fehlen. Das habe Folgen für Produktionsprozesse, Produkte, Dienstleistungen, Wohlstand, Export und Staatseinnahmen. Wie geht eine Gesellschaft, die immer älter wird, mit dieser Tatsache um?

Schüttelten einige Hände: Stadtverordnetenvorsteher Burkhard Finke (von links), Hofdame und Märchenprinzessin, Renate und Reinhard Schaake. Sie begrüßten Karsten Kroll und Jochen Johannink von der Kasseler Sparkasse sowie im Hintergrund den Behindertenbeauftragten Wolfgang Hensel.

Die Digitalisierung nehme immensen Einfluss auf die Veränderungen in der Gesellschaft. Das Thema Bildung ende nicht mit der Schulpflicht, vielmehr müsse man sich auf einen lebenslangen Lernprozess einstellen. Die Globalisierung sorge für Prozesse, deren Folgen auch Nordhessen erreichen. Würde die Internationalität beispielsweise durch den neuen US-Präsidenten eingeschränkt, müssten sich Firmen wie K+S, Volkswagen, Braun, SMA und Viessmann Gedanken machen, wenn Zölle erhoben würden und sie ihre Produkte nur noch auf dem heimischen Markt absetzen könnten. „Wir müssen mehr denn je diese Zusammenhänge erklären“, sagte Posch. WhatsApp und E-Mails seien schön, aber sie schafften kein ausreichendes Verständnis für Probleme und führten nicht zum Gedankenaustausch.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) lobte die Entwicklung Nordhessens, eine der dynamischsten Regionen in Deutschland, und die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis Kassel. So gebe es nur eine Sparkasse, ein gemeinsames Gesundheitsamt und eine Kfz-Zulassungsstelle, eine gemeinsame Volkshochschule. All das spare Geld. Die Wirtschaft arbeite eng mit der Uni Kassel zusammen. Dies seien wesentliche Eckpfeiler für die Entwicklung in Stadt und Kreis sowie dem Wolfhager Land. Er forderte die Besucher auf, selbst aktiv zu werden und Demokratie mit zu gestalten.

Quelle: HNA

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