Gaststätte Wolfsschänke in Wolfhagen: Pächterin verlängert Vertrag nicht

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Die Wirtin geht: Rebekka Löwer hat die Wolfhager Traditionsgaststätte zehn Jahre lang geführt. Aus Gesundheitsgründen hört sie auf. Ihr letzter Tag in Wolfhagen ist der 24. April.

Wolfhagen. Zehn Jahre war die Wolfhager Wolfsschänke so etwas wie der Lebensmittelpunkt von Rebekka Löwer. Am 24. April ist Schluss. Die 60-Jährige hat den Vertrag mit der Stadt Wolfhagen, Eigentümerin des Gebäudes, nicht verlängert.

Gemeinsam mit ihrem Mann führte Rebekka Löwer das urige Ausflugslokal auf dem Wolfhager Ofenberg. Die leidenschaftliche Köchin nennt jetzt gesundheitliche Gründe für das Ende. Seit einem Unfall macht ihr die linke Hand Probleme.

„Es ist ein schönes Objekt“, sagt sie zur Wolfsschänke, ein beliebtes Ziel für Wanderer, die es auf die 372 Meter gelegene Anhöhe vor den Toren Wolfhagens und den wenige Meter vom Haus entfernten Ofenbergturm zieht. Von hier hat man einen einzigartigen Blick auf die Stadt, zum Isthaberg, zum Großen Bärenberg.

Lauschiger Biergarten

25 Plätze hat die große Gaststube der Schänke, 15 der kleine. Der lauschige Biergarten bietet 60 Außenplätze. Und wenn es nach Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) geht, sollen hier auch künftig Gäste bewirtet werden. Man sei auf der Suche nach einem neuen Pächter für die städtische Immobilie im Blockhausstil, sagt Schaake. Und: „Es gibt Bewerber und wir haben auch schon längere Gespräche geführt.“ Aber ein Vertrag wurde bislang noch nicht unterzeichnet.

Die Lage der Wolfsschänke mitten im Wald und die urige Atmosphäre mögen für Gastronomen verlockend sein, allerdings gibt es im Gebäude auch einen Sanierungsstau, den die Stadt am liebsten von Löwers Nachfolger abbauen lassen würde.

„Es muss investiert werden“, räumt Schaake ein. Deswegen könne er sich durchaus einen Erbpachtvertrag vorstellen, eine mietfreie Lösung gar, sofern sich der neue Pächter dazu verpflichten würde, Geld in die Runderneuerung des Gasthauses zu stecken. „Wenn wir das machen mit Architekt und Ausschreibungen, dann wird es zu teuer“, sagt Schaake, dann müsste die Stadt eine üppige Pacht verlangen. „Für uns ist es wichtig, den schönen Ort als Gastronomie zu erhalten“, betont Schaake. Am liebsten wäre ihm ein Pächter, „der es mit Herzblut macht.“ So jemand wie Rebekka Löwer, die aber am Ende ihres Gastspieles auf dem Ofenberg auch ein wenig enttäuscht feststellen muss, dass rund 80 Prozent ihrer Gäste aus Kassel anreisen. „Aus Wolfhagen kommen die wenigsten.“

In den Jahren 1935/36 errichtet

Die Wolfsschänke wurde 1935/36 gebaut. Im Erdgeschoss wurde die Gaststätte eingerichtet, im Dachgeschoss eine Wohnung. Erster Pächter war Gastwirt und Metzgermeister Wilhelm Heidt, der in der Stadt die Gaststätte „Zum Deutschen Haus“ betrieb. In den 1970er-Jahren wurde angebaut. Oberhalb der Wolfsschänke entstand in den Jahren 1963/64 der knapp 20 Meter hohe Ofenbergturm.

Interessenten für die Wolfsschänke können sich bei der Wolfhager Stadtverwaltung melden: Per Mail an liegenschaften@wolfhagen.de, Telefon 05692/6020 (Anne Leffringhausen).

Quelle: HNA

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