Brandschutz besonders in Fachwerkhäusern teuer

Hohe Auflagen: Gastwirte im Schwalm-Eder-Kreis sehen Existenz bedroht

Schwalm-Eder. Der Brandschutz kommt die Gastwirte im Landkreis teuer zu stehen. Gastronomen aus dem Schwalm-Eder-Kreis, die anonym bleiben möchten, sehen durch die Auflagen ihr Geschäft bedroht.

Georg Rockensüß (ehemaliger Vorsitzender Dehoga Ziegenhain) aus Schwalmstadt-Allendorf berichtet von Betrieben, die zur Umsetzung der gesetzlichen Auflagen fünfstellige Summen ausgeben müssen. "Das ist natürlich existenzbedrohend", so Rockensüß. Auch er muss knapp 9000 Euro investieren. Den Wirten fehle das Geld dann zumindest für neue Ausstattung in ihren Häusern, um ein schönes Ambiente zu bieten.

Gefordert sind beispielsweise Brandschutztüren und -decken sowie Fluchtwege. Besonders Gastwirte in Fachwerkhäusern müssen tief in die Tasche greifen. Dort sei das Einziehen von Brandschutzdecken extrem kostspielig. Notwendig sei das 2011 durch Gesetzänderungen für den Brandschutz geworden. Die Umsetzung wird regelmäßig überprüft.

Der Kreis ist sich der Problematik der finanziellen Belastung der Eigentümer bewusst, sagt der Kreisbeigeordnete Winfried Becker. Zur Umsetzung der Brandschutzauflagen gebe es aber keine Alternativen, denn die Sicherheit für Gäste und Personal gehe immer vor.

Um den Brandschutz in Gaststätten und Hotels zu gewährleisten, arbeite man eng mit den Betrieben zusammen, berichtet Thomas Horn von der Bauaufsicht des Schwalm-Eder-Kreises. Man entwickle zusammen mit den Gastwirten einen Zeitplan, nach dem die Brandschutzauflagen umgesetzt werden müssen. Aber akute Mängel im Brandschutz wie etwa zugestellte Rettungswege müssen sofort beseitigt werden. Falls der Gaststättenbesitzer nicht kooperiert und die Arbeiten nicht fristgerecht umsetzt, droht die Nutzungsuntersagung.

Von Timo Lange und Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare