Sanierung

Gaswerk in Homberg: Schadstoffe werden entfernt

+
Von historischer Bedeutung: Das ehemalige Gaswerk im Homberger Davidsweg wird derzeit saniert.

Homberg. Die Sanierung des Homberger Gaswerk, in dem ein Jugendzentrum eingerichtet werden soll, hat begonnen. Zunächst sollen alle Schadstoffe, die sich noch in dem denkmalgeschützten Gebäude befinden könnten, entfernt werden.

Arbeiter in Schutzanzügen und -masken sowie Abluftrohre an den Fenstern sorgen allerdings auch für Verunsicherungen bezüglich der Gefahren, die von Produktionsrückständen ausgehen könnten.

Es handele sich um Vorkehrungen, die nach heutigen Arbeitschutz-Richtlinien erforderlich seien, um für die Beschäftigten Risiken auszuschließen.

Bei der Herstellung von Leuchtgas, das bis 1960 im Davidsweg hergestellt wurde, gehörte auch Teer zu den Abfallprodukten. Diese Teerablagerungen in einem Kellerraum werden zurzeit entfernt.

In der Nähe des Gebäudes seien eventuell Gerüche wahrnehmbar, die aber nicht messbar seien, erklärte der Architekt der Stadt Homberg, Jochen Gontermann. „Vergleichbar ist das mit einem Spaziergang entlang einer Eisenbahnstrecke mit Holzschwellen“, fügt er hinzu. Eine Schadstoffbelastung für de Menschen in der Umgebung könne ausgeschlossen werden. Die Einhaltung aller Schutzvorschriften wird nach den Worten Gontermanns gleich von mehreren Stellen, unter anderem von der Berufsgenossenschaft und dem Regierungspräsidium überprüft.

Von dem ausgebauten Material würden Proben genommen und analysiert. Erst wenn die Ergebnisse vorlägen, werde über die Entsorgung entschieden. Auch die Steine des Mauerwerks seien beispielsweise auf Schadstoffe untersucht worden, jedoch ohne Befund.

Eine Sanierung war nach Einschätzung Gontermanns unumgänglich. Diskussionen hatte es im Parlament über die künftige Nutzung als Jugendzentrum gegeben (wir berichteten).

Die Sanierung kostet 460 00 Euro. Gontermann: „Bisher sind wir exakt in diesem Rahmen.“ Weitere 648 000 Euro sollen für den Umbau zum Jugendzentrum ausgegeben werden. Mehr als 70 Prozent der Kosten würden über das Projekt Soziale Stadt abgerechnet. Das Geld wird von Bund und Land zur Verfügung gestellt.

In die Planung für das Jugendzentrum sind nach den Angaben Gontermanns auch Jugendliche einbezogen. Die so genannte Jugendwerkstatt beteilige sich sehr aktiv an diesen Arbeiten.

Insbesondere die Homberger FWG-Fraktion kritisiert das Projekt. Der Umbau des ehemaligen Gaswerks sei eine aufwändige, lästige und letztlich auch teure Variante zur Schaffung eines Jugendzentrums, heißt es in einer Pressemitteilung. Vor dem Hintergrund der Homberger Finanzprobleme wäre selbst ein Neubau die bessere Lösung gewesen, heißt es dort weiter.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare