Anna (80) und Konrad (81) Dietrich aus Sebbeterode feiern heute das Fest der Diamantenen Hochzeit

Ehe ist ein Geben und Nehmen

Gaben sich vor 60 Jahren das Jawort: Anna und Konrad Dietrich haben 1953 in der Kirche in Sebbeterode geheiratet. Foto: Rose

Sebbeterode. Auf der Hochzeit des Cousins und der Cousine Anfang der 1950er-Jahre lernten sich Anna und Konrad Dietrich in Sebbeterode kennen – und lieben. Die jungen Leute trafen sich zum Tanz im Saal bei Eckhards, 1953 gaben sie sich in der Sebbeteröder Kirche das Jawort. Heute feiern sie ihre Diamantene Hochzeit. „Es war eine bescheidene Feier, aber wir sind immerhin schon mit dem Auto zum Standesamt gefahren – das war schon was“, erzählt Konrad Dietrich.

Gerade einmal drei Kilometer trennten zuvor das Paar: Anna stammt aus Sebbeterode, Konrad aus Schönau. Nach der Heirat zog der frisch Vermählte ins Elternhaus seiner Frau. Annas Mutter und der Opa lebten mit dem jungen Paar unter einem Dach. Konrad Dietrich war als gelernter Schlosser viele Jahre in Kassel beschäftigt. „Damals gab es noch keinen Acht-Stunden-Tag, Zeit für Hobbys hatte ich da nicht“, erzählt der 81-Jährige. Anna Dietrich betrieb mit der Mutter – der Vater war schon verstorben – eine kleine Landwirtschaft. „Ich bin Schlepper gefahren, habe geackert und gesät“, sagt sie. Schließlich stellte sich Nachwuchs ein: Den Dietrichs wurde ein Sohn geboren. Anna Dietrich versorgte das Kind, kümmerte sich um die Tiere, die Felder und pflegte den Opa. Später auch ihre Mutter. „Es waren schwere Zeiten. Mein Mann war oft die ganze Woche in Kassel, kam samstags nach Hause und fuhr sonntags wieder zum Dienst“, erzählt die 80-Jährige.

Mitte der 1970er-Jahre bekam Konrad Dietrich eine Anstellung im Diakonizentrum Hephata. Im Fachbereich Jugendhilfe war der Sebbeteröder 22 Jahre beschäftigt – bis er 1997 in Ruhestand ging. „Ich habe mich da reingefuchst und kam mit den jungen Leuten gut klar“, erzählt er. Fortan blieb mehr Zeit für den Garten. Bis heute macht dem 80-Jährigen die Arbeit im Freien viel Freude. Anna Konrad kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mithelfen. Früher ging sie gern in ihre Gärten. Im Ort sind Dietrichs verwurzelt: Mehr als 40 Jahre ging die Sebbeteröderin zum Gesangverein. Heute erfreut sie sich am Gesang der Urenkel. Auch zum Strickzeug griff Anna Dietrich gern.

Feier für Samstag geplant

Froh ist das Paar, dass ihr Sohn noch immer mit im Haus wohnt. „Man hilft sich gegenseitig“, sagen sie. In der Nähe wohnen auch die beiden Enkeltöchter mit ihren Familien, eine Enkelin ist bereits verstorben. Eine große Freude sind den Dietrichs ihre drei Urenkel, die regelmäßig zu Besuch kommen. Zur Diamantenen Hochzeit erwarten sie die ganze Familie: Gefeiert wird am Samstag mit einem Gottesdienst und einer Kaffeetafel. Dass ihre Ehe so lange gehalten hat, dafür haben Dietrichs eine einfach Erklärung: „Es ist immer ein Geben und Nehmen gewesen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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