18. Gedenken der Pogromnacht: Geblieben sind nur ihre Namen

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Ort der Trauer: Grabkerzen am Gedenkstein vor der ehemaligen Synagoge, hinten der angestrahlte Turm der Nikolaikirche. 

Neukirchen. Eine bewegende und bedrückende Gedenkfeier erlebte eine große Zahl von Neukirchenern am 73. Jahrestag der Nazipogrome. Seit 18 Jahren ist das ein fester Termin im Jahreskalender der Stadt.

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Am von roten Grabkerzen umrahmten Gedenkstein vor der ehemaligen Synagoge in der Untergasse intonierte Ewald Dilling auf der Klarinette eine melancholische jüdische Melodie. Pfarrerin Nora Dinges, evangelische Kirchengemeinde, charakterisierte die Reichspogromnacht 1938 als den Wendepunkt, an dem die Ausgrenzung der jüdischen Mitbürger in systematische Verfolgung und Vernichtung überging, „auch Neukirchen verschonte seine jüdischen Mitbürger nicht“. Danach sprach und betete Pfarrer Klaus Gajowski, katholische Kirchengemeinde. Er leitete die Bedeutung der Würde eines jeden Menschen her.

18. Gedenken der Pogromnacht

Im zweiten Veranstaltungsteil im Rathaus gaben Zehntklässler der Steinwaldschule den Neukirchenern ein Gesicht und einen Namen, die von der Stadt aus in die Vernichtungslager verschleppt und getötet wurden. Mit den Namenstafeln der Ermordeten um den Hals schritten sie durch den Raum zu Wandtafeln mit den Bezeichnungen der Lager, in denen sie umkamen. Ein Schüler verlas die Namen, so dass jeder einzelne gerufen wurde und auch das Auseinanderreißen der Familien auf ihrem letzten Weg verbildlicht wurde.

Bereits im zweiten Unterrichtsjahr beschäftigen sich die Jugendlichen intensiv mit der Geschichte der Judenvernichtung.

Kantor Falk Rolke und Ewald Dilling gaben den musikalischen Rahmen, Bürgermeister Klemens Olbrich sprach, den Festvortrag hielt der Historiker Dirk Strohmenger. (aqu)

Quelle: HNA

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