Lust auf Garten: Angelika Zehentner und Hans Stummer erwarteten Gäste in Schorbach

Geborgenheit im Grünen

Wilde Idylle: Angelika Zehentner und Hans Stummer haben vor zehn Jahren mit den Anlegen des Gartens begonnen, rechts eine der originellen Trockenmauern. Vom Hanggrundstück aus erschließt sich ein wunderbarer Blick auf Schorbach. Fotos:  Rose

Schorbach. Lust auf Garten – so heißt die gleichnamige Aktion, zu der in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober grüne Oase im Schwalm-Eder-Kreis ihre Pforten öffnen: Am Samstag konnten Besucher Blicke in zarte Frühlingsgärten werfen, etwa in den von Angelika Zehentner und Hans Stummer in Schorbach.

Das Paar hat dort auf einem 1700 Quadratmeter großen Grundstück ein Haus gebaut und eine 5600 Quadratmeter große Fläche Wiese hinzu gekauft – um zu gärtnern. Zugegeben, die Ausmaße reichen locker für einen mittleren Spaziergang aus. Dabei sind einige Höhenmeter zu bewältigen – denn das Anwesen erstreckt sich über eine reizvolle Hanglandschaft, auf dessen Spitze sich den Besuchern ein wunderbarer Blick über Schorbach präsentiert. Vor zehn Jahren begannen Zehentner und Stummer, das Areal anzulegen. Zum Teil säumt alter Obstbaumbestand das Grundstück. 100 Arten verschiedener Sträucher und Bäume frieden den Garten der Schorbacher ein.

Rechts und links des Hauses türmen sich originelle Trockenmauern aus Basaltfindlingen auf. „Die stammen alle vom Aushub“, erklärt Stummer. Vorbei an riesigen Flächen von Erdbeeren schlängelt sich ein gefälliger Rundweg. „Erdbeeren ernten statt Wiese mähen“ ist auf einem Schild zu lesen. „Die Verdrängungstaktik funktioniert“, sagt das Paar. Gras komme unter den Erdbeerpflänzchen kaum noch hindurch. Hat man das erste Plateau erreicht, steht man im biologischen Gemüsegarten. An die Beete schließt sich ein kleines Waldstück an – hier wachsen Eichen, Kiefern, Birken. „Wir sollten nicht immer nur auf unseren eigenen Nutzen bedacht sein“, findet Hans Stummer. „Bäume sind Sache der Nachfolgenden.“ Vorbei an wilder Idylle gelangt man in ein Trockenbiotop, den Weg säumen Himbeersträucher – „die zum Naschen einladen“.

Blumen und eine Pappelallee

Im rückwärtigen Teil soll eine bunte Wiese entstehen, ihr zur Seite steht eine noch junge Pappelallee. Auf der Fläche wird experimentiert: „Hier bauen wir Lein an. Einfach, weil wir gerne Leinsamen essen“, erklärt Stummer. Dazwischen haben sich Kissen von Bartnelken gesät. Folgt man dem Weg, entdeckt man Weißdorngewächse und Stachelsträucher. Die kleine Obstbaumwiese dient schon bald auch als Kürbisbeet. Der Rundweg schlängelt sich wieder gefällig in Richtung Haus: Vorbei an duftenden Kräuterbeeten, am Kartoffelacker. Direkt anschließend an die Terrrasse ist alles für einen Schwimmteich vorbereitet.

„Wir hoffen, noch in diesem Jahr schwimmen zu können“, sagen der 67-Jährige und seine 56-jährige Partnerin. Für Angelika Zehentner und Hans Stummer ist der Garten ein Ort der Geborgenheit, der Ruhe: „Wir müssen nicht in den Garten. Wir gehen dann, wenn wir Lust haben“, beschreibt das Paar seine Philosophie. „Das ist eine gute Basis.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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