Felsberg arbeitet seit 20 Jahren am Image einer familienfreundlichen Stadt

Von Geburt an geborgen

Familienfreundliche Stadt: Für Neugeborene und Kinder bis zwei Jahre, die nach Felsberg ziehen, erhalten Eltern ein Gutscheinheft im Wert von 150 Euro. Auf dem Bild von links Kinder-, Familien- und Frauenbeauftragte Inge Koch, Bürgermeister Volker Steinmetz und Familie Salzmann mit Vater Enno, Feli (3), Pia (6), Lorena (10), Mutter Nicole und Cora (8). Für Feli und Kind Nummer fünf, das in Kürze geboren wird, haben Salzmanns vom Gutscheinheft profitiert. Foto:  Müller-Neumann

Felsberg. Familienfreundlichkeit ist das Etikett, mit dem die Stadt Felsberg wirbt, um junge Einwohner zu halten oder anzulocken. Den Grundstein hat vor über 20 Jahren das Kommunalparlament gelegt.

Es schuf eine neue Stelle in der Verwaltung, die der Kinder-, Jugend- und Frauenbeauftragten. Seitdem laufen bei Inge Koch die Fäden zusammen, sie zapft Fördertöpfe an, kümmert sich um die Teilnahme an imageträchtigen Wettbewerben und koordiniert Vereine.

In Felsberg nämlich ruht die Kinder- und Familienarbeit auf vielen Schultern. Angefangen vom Verein Kinderfreundliches Felsberg - inzwischen sind die Familien und Senioren mit im Vereinsnamen Kifas –, über den im ganzen Landkreis aktiven Tageselternverein, der in Felsberg seine Wurzeln hat, bis hin zu den vielen Ehrenamtlichen, die sich beim Kindertag, bei den Kinderferienspielen, bei Kindersachenbasaren und bei der Frauenmesse einbringen.

Erste Familienbeauftragte

Mit Inge Kochs Stelle bei der Stadtverwaltung – vom Parlament beschlossen – wurde der Grundstein gelegt für die vielen Angebote der Stadt, die über das anderer vergleichbarer Kommunen hinausgehen.

Selbstverständlich sind für die Drei-Burgen-Stadt zwei Stellen in der Jugendpflege, davon eine für eine Streetworkerin. Es gibt vier städtische Kindergärten und einen evangelischen, den die Stadt finanziell unterstützt. Eine Krippe gibt es in Gensungen, eine ist in Neuenbrunslar im Bau, eine für die Kernstadt geplant.

Zusätzlich gibt es seit etwa 20 Jahren die von Kifas getragene und von der Stadt unterstützte Kita Sonnenkäfer für Kinder ab dem ersten Lebensjahr.

Anlass für die kreisweit erste Stelle einer Kinder-, Familien- und Frauenbeauftragten war das Bemühen der Stadt, Familien zu unterstützen, auch damit Beruf und Familie besser miteinander vereinbart werden können. Zudem klagten viele Mütter, dass eine Halbtags-Kinderbetreuung zu wenig sei, erinnert sich der damalige Bürgermeister Klaus Stiegel.

Ganztagsbetreuung

Inzwischen gibt es sowohl für noch nicht schulpflichtige Kinder als auch für Schüler Ganztagsbetreuung.

Um Grundschulkinder kümmern sich der Verein Kifas und der Förderverein „Zusammen stark“ an der Heiligenbergschule sowie der Verein Familienhaus Neuenbrunslar. Immer kommt ihr Mittagessen aus der Küche des Sozialen Dienstleistungszentrums, das von Kifas getragen wird. Damit gehört der Verein zu den größten Arbeitgebern in Felsberg mit seinen gut 11 000 Einwohnern. Stadt und Schule sind Kooperationspartner.

Gutscheinheft fürs Baby

Seit Januar 2008 erhalten Eltern für ihr Neugeborenes und Eltern von Kindern bis zu zwei Jahren, die nach Felsberg ziehen, ein Gutscheinheft im Wert von 150 Euro: für Haushaltshilfe, Müllbeutel, Mittagessen und Kinderbetreuung. Jeder einzelne Gutschein hat einen Wert von je 5 Euro. Auch diese zusätzliche Ausgabe hatte das Parlament beschlossen, das macht an die 12 000 Euro jährlich.

2,8 Mio. Euro gibt die Stadt Felsberg dieses Jahr für Kinder, Jugendliche und Familien aus. Einnahmen und Ausgaben gegenüber gestellt, bleibt unterm Strich ein Minus von 1,7 Millionen Euro im städtischen Haushalt. weitereR Artikel LINKS

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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