Gynäkologische Abteilung bleibt bestehen

Geburtshilfe: Umzug innerhalb der Klinik

Glücklich: Mutter Mael-Nathalie Mork mit ihrer Tochter Malou Estelle und dem Stationsteam. Foto: privat

Alsfeld. Die gynäkologische Abteilung des Alsfelder Kreiskrankenhauses bleibt bestehen. Um dem Vogelsbergkreis als Träger langfristig die Aufrechterhaltung der Geburtshilfe möglich zu machen, wird von Seiten des Krankenhauses nun ein neuer Weg beschritten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dafür haben die Geschäftsleitung der Klinik sowie die Gynäkologen ein Konzept erarbeitet, das sowohl die Attraktivität der Abteilung steigern und gleichzeitig die Station besser auslasten soll. Dafür zieht die gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung innerhalb des Hauses um.

Damit verbunden seien gehobene Zimmerausstattungen mit eigenem Bad, familiärer Umgebung und Rooming-in-Möglichkeiten, so die Mitteilung. Mit diesem Konzept werde gleichzeitig die integrierte Wochenbettpflege eingeführt, die bewährte Zusammenarbeit mit Kinderarzt Dr. Eduard Freitag werde fortgesetzt.

Gutachten: Schließung

Ende September war dem Haupt- und Finanzausschuss des Vogelsbergkreises ein Gutachten einer Unternehmensberatung vorgestellt worden. Darin war neben dem Personalabbau in verschiedenen Bereichen des Hauses auch die Schließung der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie gefordert worden. Laut dem Gutachten müssten mindestens 800 Kinder pro Jahr in Alsfeld geboren werden, um eine Kostendeckung für die Abteilung zu erreichen.

„Diese Erkenntnis ist nicht neu und gilt für alle Kliniken für Geburtshilfe“, sagt Dr. Stefan Schindler, einer der drei Belegärzte der gynäkologischen Abteilung im Kreiskrankenhaus. „Wenn aber ein rein betriebswirtschaftlicher Maßstab angelegt wird, müssten mindestens zwei Drittel aller Geburtskliniken in Deutschland geschlossen werden.“

Einschnitte

Der Erhalt der Abteilung erfordere allerdings Einschnitte und eine Neuorganisation der Station, was für die Mitarbeiter auch schmerzliche Schritte bedeute: Langjährige Teamzusammensetzungen werden sich verändern, die Mitarbeiter werden stärker als bisher interdisziplinär arbeiten und durch die Zusammenlegung der Station werden weniger Stellen im Pflegedienst benötigt.

Die Reduzierungen der Stellen versuche die Geschäftsleitung sozialverträglich zu gestalten. (jkö)

Quelle: HNA

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