Gesang im Naumburger Stadtteil bestand seit 150 Jahren, doch nun ruhen die Vereinstätigkeiten

Geburtstage und viel Wehmut

Singen zum Abschied: die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores Elbenberg. Fotos: zhf

Elbenberg. Wenn ein Verein 150-jähriges und ein Gemischter Chor 40-jähriges Bestehen feiern, ist das eigentlich Grund zur Freude.

Entscheiden sich die Mitglieder jedoch zeitgleich, ihre Aktivitäten weitestgehend einzustellen und ihren Chor nur noch als ruhenden Verein weiterzuführen, dann spielt auch ein wenig Wehmut mit.

Wie kürzlich in der Elbenberger Flachsrose, wo das Jubiläumsfest des Gemischten Chores gleichzeitig zum Abschiedsfest wurde. „Uns fehlt einfach der Nachwuchs, bei den aktiven Sängerinnen und Sängern haben wir momentan ein Durchschnittsalter von 76 Jahren“, sagte Vereinsvorsitzender Walter Meyer.

Pfarrerin Stefanie Knüppel stellte passend den Psalm „Wie einen Rucksack von der Schulter“ in den Mittelpunkt ihres musikalischen Gottesdienstes, der die Verdienste der Sängerinnen und Sänger auf liebevolle und angemessene Art würdigte.

„Mit der Entscheidung, die die Mitglieder getroffen haben, ist eine Last von ihren Schultern genommen worden“, sagte Knüppel.

Was bleibe, sei ein Rucksack voller Erinnerungen, dessen Inhalt ihnen niemand mehr nehmen könne: Erinnerungen an gemeinsame Chorfreizeiten, heiße Debatten über die Kleiderordnung vor Auftritten und die Gewissheit, mit der eigenen Musik die Herzen anderer erreicht zu haben.

Das unterstrich auch Bürgermeister Stefan Hable: „Das Wichtigste am Singen ist die Freude, die dabei und dadurch geschenkt wird.“

Die Freude siegte dann auch über die Wehmut, als die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores, begleitet durch den Posaunenchor, noch einmal das taten, wofür sie in den vergangenen Jahrzehnten bekannt waren: Singen.

Von Sascha Hofmann

Quelle: HNA

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