Gedächtnis der Gemeinde

Arbeitskreis Ortsgeschichte hat in Altmorschen neues Archiv

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Der Rührfix und sein Erfinder: Rührfix-Erfinder August Heinzerling ist im Archiv eine eigene kleine, aber feine Ausstellung gewidmet. Unser Bild zeigt von links Otto Wohlgemuth, Günter Görke und Heinzerlings Schwiegersohn Jochen Reichmann.

Altmorschen. Schon lange hat sich der Arbeitskreis Ortsgeschichte in Morschen um Räumlichkeiten bemüht, damit die gesammelten Dokumente und Bilder aus der Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinde archiviert werden können. Im Haus Schröder hat B. Braun Melsungen nun Räume zur Verfügung gestellt und so nimmt das Archiv langsam Gestalt an.

„Unser Ziel ist es, das Archiv für jeden zugänglich zu machen“, sagt Otto Wohlgemuth vom Arbeitskreis. Im Archiv sollen Unterlagen einen Platz bekommen, die zum Beispiel bisher in Privathaushalten lagern und durch eine Unterbringung im Archiv möglicherweise vor dem Container gerettet werden können.

Ein Schwerpunkt der Sammlung liege auf Büchern, Chroniken und alten Bildern. Ein weiterer ist die Geschichte der Heimag und dessen Gründer August Heinzerling, dem Erfinder des Rührfix, sagt Wohlgemuth. Aber auch ortsspezifische und geologische Besonderheiten wie die Lage Morschens im Lichtenauer Graben sollen im Archiv dokumentiert werden. Der Gips, der in Morschen abgebaut wurde, wurde zum Beispiel als Konnefelder Alabaster bekannt. Auch die Geschichte der Hessischen Kunstwerkstätten, des Künstlers Ferdinand Bode sowie des Heimatforschers Waltari Bergmann sollen dokumentiert werden.

Alle Fotos werden laut Wohlgemuth digitalisiert, alle Schriftstücke katalogisiert und so für die Nachwelt erhalten. So einiges was sich im Archiv befindet, hat auch Heinrich Heinzerling aus seiner Sammlung beigesteuert. Geschichte sei sein Steckenpferd, sagt der Altmörscher.

Vor einigen Jahren habe er Unterlagen, „die sogar den 30-Jährigen Krieg überlebt haben“ aus dem alten Pfarrhaus in Altmorschen gerettet. Der 80-Jährige sagt, er habe mit den Jahren einen Spürsinn für Dokumente und Bilder entwickelt, die aufbewahrt werden müssten. Er hat in alter deutscher Schrift geschriebene Dokumente übersetzt, hat Jahrbücher gesammelt und Bilder zusammengetragen.

Damit das Wissen nicht verloren gehe, habe er irgendwann zu Otto Wohlgemuth gesagt: „Otto, wir müssen da was machen“, sagt Heinzerling. So habe man gemeinsam die Idee zum Arbeitskreis Ortsgeschichte entwickelt.

Und nun sollen im Haus Schröder eine einmalige Sammlung über die Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinde Morschen entstehen. Dafür ist der Arbeitskreis nach wie vor auf der Suche nach Bilder, Dokumenten, Büchern und Zeitzeugnissen.

• Kontakt: Otto Wohlgemuth, Tel. 05664/8225

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Quelle: HNA

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