Regelmäßig illegale Müllentsorgung an der Landesstraße bei Sachsenhausen

Illegale Abfallentsorgung: Gedärme am Rastplatz

Sachsenhausen. Bei dem Anblick vergeht manchen Autofahrern der Appetit auf das Pausenbrötchen. Die Parkplätze an der Landesstraße zwischen Sachsenhausen und Sebbeterode werden als Müllkippe missbraucht.

„Regelmäßig finden wir dort Gedärme, Schwarten und geschälte Knochen“, sagt Jürgen Frank, Bauhofleiter der Gemeinde Gilserberg.

Die Schlachtabfälle werden in Eimern und Tüten den Hang hinunter in den Wald geworfen, etwa einmal im Monat. „Da entsorgt jemand seine Schlachtabfälle“, sagt Bürgermeister Lothar Vestweber und ärgert sich. Denn er muss seine Bauhof-Mitarbeiter losschicken, um den Müll einzusammeln und zu entsorgen.

Auf beiden Parkplätzen haben die Mitarbeiter auch schon Fernseher, ausrangierte Waschbecken, Kühlschränke und Ölkanister gefunden. Von Hausrat in Tüten mal ganz abgesehen. Die Kosten für die Entsorgung werden über den Abfall-Zweckverband Schwalm-Eder abgewickelt. Das heißt: Jeder finanziert die Entsorgung der illegalen Müllabladung über seine allgemeine Abfallgebühr mit.

Es ist eine Straftat

Wer Müll wild entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit - wenn es sich dabei um Haushaltsmüll handelt. Wer hingegen Schlachtabfälle, Altöl oder Altbatterien in die Wildnis wirft, begeht gemäß § 326 Strafgesetzbuch (Unerlaubter Umgang mit Abfällen) eine Straftat. Denn darin können Gifte oder Erreger enthalten sein, die - auf Menschen oder Tiere übertragen - gefährliche Krankheiten hervorbringen können.

Schweinepest kann drohen

Schlachtabfälle müssen über eine Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden. Das teilt Kreisveterinär Dr. Hans-Gerhard Heil mit. Er hört mehrmals im Jahr von illegaler Entsorgung von Schlachtabfällen im Schwalm-Eder-Kreis. Dabei könnte es sich um die Restprodukte einer Haus- oder Schwarzschlachtung handeln. Das sei verboten, weil dadurch Tierseuchen, zum Beispiel die Schweinepest, übertragen werden können.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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