Woher kommen die Namen der Orte in der Region?

Ursprung der Ortsnamen: Gedanken zu Ungedanken

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Lange Geschichte: Auf dieser Karte von etwa 1570 ist Ungedanken verzeichnet, aber auch Wenzigerode, Mandern und andere.

Schwalm-Eder. Im Landkreis gibt es 246 Orte - und manche haben ungewöhnliche Namen. In loser Folge wollen wir erklären, wo die Namen ursprünglich herkommen. Heute: Ungedanken.

Unwetter, Untaten, Untiefe - diese Begriffe sind gängig. Un-, das steht oft für die Verneinung oder ein Gegenteil. Aber was ist das Gegenteil von einem Gedanken? Ungedanken etwa?

Ungedanken heißt ein Stadtteil südlich von Fritzlar. Doch der Name hat mit Gedanken - oder deren Abwesenheit - wohl nichts zu tun, wie Fritzlars Stadtarchivar Clemens Lohmann erläutert, der sich schon kraft Amtes viele Gedanken auch um Ungedanken gemacht hat.

Clemens Lohmann

Im Jahr 1209 wurde das Dorf erstmals erwähnt, damals als „Ungethangen“. Über die Jahrhunderte hat sich die Schreibweise nur geringfügig verändert, schon im Jahr 1291 tauchte „Ungedanken“ in einem Schriftstück auf (andere Schreibweisen waren Ungedankin, Ungedancken).

Tatsächlich, so Lohmann, seien Herkunft und Bedeutung des Ortsnamens weitgehend ungeklärt. Eine mögliche Erklärung sei die Lage des Dorfes. Nach diesem Ansatz liegen die Wurzeln in dem Wort „Unewane“ oder „Unawanya“ - die etwa „unten am Wasser“ oder „Wasserfeld“ bedeuten.

Möglich sei aber auch, dass das Wort „Underndunk“ oder „Underndank“ eine Wurzel für den Namen sei, wobei dunc, donc und danc für einen Hügel stehe. Unner- oder Under könne wiederum seine Ruhestatt für Weidevieh gestanden haben. Seine Namen hätte der Fritzlarer Stadtteil dann von Hügeln oder Berghängen, auf denen Vieh weidete.

Doch urkundlich belegt sei das alles nicht, erklärt der Stadtarchivar. Es gibt also immer noch reichlich Gelegenheit, sich über den Ortsnamen Gedanken zu machen - über Ungedanken.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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