Musik und Gedichte

Gedenkfeier der Stadt Wolfhagen zur Pogromnacht

Gedenken an Reichspogromnacht: (von links) Anja Pawliczek, Konstantin Thüre und Carina Röcher trugen bei der Gedenkfeier unter anderem Gedichte von Kindern vor, die in der Zeit der Judenverfolgung ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht wurden.

Wolfhagen. Die Stadt Wolfhagen gedachte am Sonntagabend der Opfer und der schrecklichen Ereignisse während der sogenannten Reichspogromnacht. In der Nacht auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland durch die Nationalsozialisten zahlreiche Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnhäuser zerstört.

Das Datum war der Beginn der systematischen Judenverfolgung: Männer, Frauen und Kinder wurden inhaftiert, in Konzentrationslager gebracht und ermordet.

Bis zum Ende der 80er Jahre habe es gedauert, bevor sich die Stadt mit dieser deutschen und gleichzeitig auch ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzte, berichtet der ehemalige Schulleiter der Wilhelm-Filchner-Schule, Wolf-Arne Pillardy. Er gehört seit 1999 zum Vorbereitungskreis der mittlerweile jährlich stattfindenden Gedenkveranstaltung und ist seitdem für die inhaltliche Gestaltung verantwortlich gewesen.

Die Stadt, die Kirchengemeinde Wolfhagen und die Schule stehen als Organisatoren hinter der Gedenkfeier. Nach den einleitenden Worten von Bürgermeister Reinhard Schaake waren es die drei Schüler der Wilhelm-Fichner-Schule, Anja Pawliczek, Konstantin Thüre und Carina Röcher, die im abgedunkelten Saal der Kulturhalle Wolfhagen sowohl Gedichte von jüdischen Kindern, die ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht wurden, zitierten, als auch einen historischen Überblick zum 9. November von 1918 bis 1989 gaben. Seit der Öffnung der Innerdeutschen Grenze, wohnt dem Tag auch eine zukunftsweisende Bedeutung inne und dennoch dürfen die Ereignisse von vor über 70 Jahren nicht in Vergessenheit geraten.

Musikalisch wurde die Gedenkfeier durch Schülerinnen der Musikschule Wolfhager Land begleitet. Auf dem Cello und der Violine trugen Isabell und Amanda Tangel, sowie Miriam Schmalz unter anderem Stücke von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann vor. „Es ist wichtig junge Menschen mit einzubinden um die Erinnerungen am Leben zu halten, deshalb wirken die Schülerinnen und Schüler mit“, äußerte Bürgermeister Schaake. Dem stimmt auch Wolf-Arne Pillardy zu, dessen bisherige Arbeit im Vorbereitungskreis zukünftig eines Nachfolgers bedarf.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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