Gedenkfeier für Widerstandskämpfer am Samstag

+
Gedenkstein am Mittelhof: Dort legen morgen zum 100. Geburtstag des Widerstandskämpfers Egbert Hayessen Kommunalpolitiker ein Blumengebinde niedergelegt.

Gensungen. Zu Ehren des Widerstandskämpfers Egbert Hayessen findet am Samstag, 28. Dezember, an der Staatsdomäne Mittelhof bei Gensungen eine Gedenkfeier statt. Sie soll den Widerstandskämpfer Egbert Hayessen ehren, dessen Geburtstag sich zum 100. Male jährt.

„Aufstand des Gewissens” ist auf dem Gedenkstein zu lesen, der seit 1992 vor der Staatsdomäne steht. Hayessen, in Eisleben geboren, war 1913 auf dem Mittelhof aufgewachsen. Er starb am 15. August 1944 - die Nationalsozialisten hatten ihn zum Tode verurteilt.

Auf der Gedenktafel steht: „Er kämpfte für ein besseres Deutschland und wurde wegen seines Widerstands gegen das Regime des Nationalsozialismus in Berlin-Plötzensee hingerichtet.” Hayessen war in der Nacht zum 21. Juli nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler verhaftet worden, denn der Adjutant des Wehrmachtskommandanten von Berlin, General Paul von Hase, hatte direkten Zugang zum Widerstandskreis und war an den Plänen für das Attentat beteiligt. Er sollte den Rundfunk besetzen und Propagandaminister Joseph Goebbels verhaften.

1933 war der Abiturient als Offiziersanwärter beim Artillerie-Regiment II in Schwerin eingetreten. Dieser Einheit gehörte er bis zu seiner Beförderung in den Generalstab 1943 an. Hayessen sei wegen seiner Güte und seiner Liebenswürdigkeit geschätzt worden, heißt es in den Berichten.

„Aus Sorge ums Vaterland schloss er sich der Widerstandsbewegung an”, schrieb der verstorbene Melsunger Heimatchronist Otto Wiegand: „Überzeugt davon, dass nur die Beseitigung Adolf Hitlers zur schnellen Beendigung des Krieges führen könne. Hayessen bezahlte seine Liebe zu Deutschland mit dem Tod.”

Stolz ist zeitlos

„Der Stolz auf Männer wie Egbert Hayessen ist zeitlos”, hat der frühere Regierungs-Vizepräsident Dr. Werner Neusel einmal gesagt. Seit vielen Jahren hat es kein Gedenken mehr gegeben. In der Homberger Dörnberg-Kaserne war 1991 eine Gedenkwand mit Fotos und Dokumenten enthüllt worden. Hayessen war bei Veranstaltungen der Bundeswehr mehrfach als „Vorbild der heutigen Soldaten” gewürdigt worden. Nach der Auflösung der Bundeswehr in Homberg kam die Gedenkwand in einen Block der ehemaligen Harthbergkaserne in Treysa, wo der Traditionsverband der Schwälmer Artillerie ein Museum eingerichtet hat.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare