Schreckschusswaffen sind leicht erhältlich, aber zur Selbstverteidigung ungeeignet

Gefahr durch nachgemachte Pistolen

Schwalm-Eder. Sie verursachten große Aufregung in der Region: Schreckschusswaffen. Ein 14-Jähriger brachte eine solche Waffe am Mittwoch in Homberg mit in die Schule, in der Nacht zu Sonntag sorgte das Abfeuern eine Schreckschusspistole für einen SEK-Einsatz in Borken.

? Was ist eine Schreckschusswaffe?

! Eine Schreckschusswaffe ist eine Nachbildung einer Pistole. Sie feuert jedoch kein Projektil, sondern Knall- oder Gasmunition ab. „Schreckschusswaffen kann man von einer echten Pistole kaum unterscheiden“, sagt der Homberger Polizeisprecher Reinhard Giesa. Daher löse bereits ihr Anblick oft Panik aus. Zugelassene Schreckschusswaffen müssen ein Siegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) tragen. Alle anderen werden von der Polizei wie scharfe Waffen behandelt.

? Wie gefährlich sind Schreckschusswaffen?

! Die Gasmunition einer Schreckschusswaffe löst beim Getroffenen Augen- und Atemwegsreizungen aus. „Wenn eine solche Pistole aus nächster Nähe abgefeuert wird, kann es zudem zu schweren Brandverletzungen kommen“, erläutert Giesa. Richtig gefährlich wird es, wenn ein Schütze versucht, aus einer manipulierten Pistole feste Geschosse abzufeuern.

? Wer darf eine Schreckschusswaffen führen?

! Anders als für Sport- und Jagdwaffen benötigt man keine Waffenbesitzkarte. Jeder Erwachsene darf sie erwerben und besitzen. Führen darf man die Waffe seit 2003 allerdings nur mit einem Kleinen Waffenschein. Er wird von der örtlichen Waffenbehörde ausgestellt. Schreckschusswaffen dürfen nicht in der Öffentlichkeit, sondern nur auf Privatgelände abgefeuert werden.

? Sind Schreckschusswaffen zur Selbstverteidigung sinnvoll?

!Giesa rät davon ausdrücklich ab: „Schreckschusswaffen sorgen für falsche Sicherheit.“ In einem Gerangel könnten sie auch gegen den Träger gewendet werden. (fsz)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare