Noch kein FSME-Fall in diesem Jahr im Schwalm-Eder-Kreis

Gefahr durch Zecken noch nicht gebannt

Schwalm-Eder. Die warmen Tage sind gezählt, aber die Zecken sind noch lange nicht verschwunden. Sie bleiben eine Gefahr. Die Blutsauger können bei bis zu Minus zehn Grad überleben, Dr. Dieter Conrad, Allgemeinmediziner in Neuental.

Doch während im vergangenen Jahr sich im im Schwalm-Eder-Kreis zwei Menschen mit der lebensgefährlichen Frühsommer-Meningitis-Erkrankung (FSME) infiziert haben, gab es dieses Jahr keinen Fall, sagte Dr. Peter Urban, Leiter des Gesundheitsamts im Landkreis. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf dagegen gilt als Risikogebiet.

Wie viele Menschen im Schwalm-Eder-Kreis in diesem Sommer von der zweiten durch Zecken übertragenen Krankheit Borreliose infiziert wurden, ist unklar. Denn: Eine Borreliose-Infektion ist, im Gegensatz zu FSME, nicht meldepflichtig.

Auch Dr. Konrad berichtete aus seinem Praxisalltag, dass in diesem Jahr weniger Borreliose-Infektionen aufgetreten seien, als noch in den vergangenen Jahren. Das zeige, dass das Wissen über die von Zecken ausgehende Gefahr gewachsen sei.

Ein weiteres Problem: Es gibt keine Impfung gegen Borreliose. Hinzu kommt, dass sich mit Borrelien infizierte Zecken nicht auf bestimmte Gebiete beschränken lassen. Durchschnittlich tragen fünf bis 35 Prozent der Zecken den Erreger in sich.

Im vergangenen Jahr startete in Kassel das Forschungsprojekt MüZe (Mücken und Zecken). Das Projekt will mit Hilfe von Freiwilligen ein Frühwarnsystem entwickeln. Es soll herausgefunden werden, wie der Klimawandel mit dem Auftreten von Krankheiten wie Borreliose in Verbindung steht.

Der Klimaanpassungsbeauftragte des Landkreises, Volker Schmidt, teilte mit, dass das Projekt noch nicht im Landkreis begonnen sei. Ob und wann es soweit ist, konnte er nicht sagen.

Quelle: HNA

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