Chemikalie lief aus

Gefahrgut-Alarm in Treysa: 120 Einsatzkräfte schützten den Bahnhof 

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Gefahrgutunfall: Über 100 Kräfte wurden in Treysa zusammengezogen, hier das Archivfoto  eines Großaufgebots in Homberg nach dem Austritt  ätzender Flüssigkeit auf einem Speditionsgelände.

Schwalmstadt. 120 Feuerwehrleute und Rettungsdienstkräfte sind in der Nacht zum Freitag auf dem Treysaer Bahnhof stundenlang im Einsatz gewesen. Gegen 22 Uhr am Donnerstag war Gefahrgut-Alarm ausgelöst worden. 

Bis gegen 3.45 Uhr war das Areal komplett gesperrt, es fuhren keinerlei Züge. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand laut Behördensprechern nicht.

Wie Stadtbrandinspektor Thomas Thiel schilderte, lief aus einem Container auf einem in Treysa haltenden Güterzug giftige Flüssigkeit aus. Der Hinweis darauf kam aus Marburg, wo der Zug zuvor durchgefahren war und der Austritt der Chemikalie anschließend festgestellt wurde.

Ein Notfallmanager der Bahn regelte die Abschaltung sämtlichen Oberleitungsstroms, sodass ein erster Erkundungstrupp unter Atemschutz zu dem Container vorstoßen und die Feuerwehr durch die Kennzeichnungen feststellen konnte, dass es sich um einen gefährlichen Industriereiniger handelte. Die Feuerwehr begann umgehend den austretenden Stoff aufzufangen. Diverse Einheiten vom Umweltdienst des Landkreises über den Betreuungszug der Malteser bis hin zum Gefahrgutzug Homberg waren vor vor Ort zusammen gezogen worden. Aus Melsungen wurden spezielle Schienentransportwagen vor Ort gebracht, den Einsatzleitwagen stellte die Feuerwehr Willingshausen. Im Einsatz waren mehrere Stadtteilfeuerwehren.

Gegen 3 Uhr wurden die Einsatzmaßnahmen abgebrochen, da der Gerfahrstoffaustritt versiegt war. Laut Thomas Thiel, der auch Einsatzleiter war, waren im Inneren vermutlich falsch gesicherte Fässer umgekippt und zu diesem Zeitpunkt vollständig ausgelaufen. Die Verantwortlichen entschieden sich deshalb dagegen, den Container von oben zu öffnen, sondern ordneten gegen 3 Uhr die Weiterfahrt des Zuges zum geplanten Zielort an.

Der Stadtbrandinspektor sagte gegenüber der HNA, dass er mit dem Ablauf des Einsatzes und der gesamten Abstimmung sehr zufrieden gewesen sei. Auch Kreisbrandmeister Torsten Hertel und Bürgermeister Stefan Pinhard beobachteten die Einsatzmaßnahmen und lobten die Kräfte. Der Ernstfall folgte kurz auf die große Übung im Treysaer Südweg am Donnerstagabend.

Quelle: HNA

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