Parlament stimmt für Bebauungsplan

Geflügelschlachthof: Neue Abluftanlage wird möglich

Gudensberg. So viele Zuhörer hatte die Stadtverordnetenversammlung in Gudensberg sicher noch nie.

Etwa 200 Mitarbeiter des Geflügelschlachthofs der Firma Plukon und zahlreiche Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung im Chattengau (BI) verfolgten am Freitag die Debatte um die Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich am Odenberg. Letztlich stimmte die klare Parlamentsmehrheit für den Bebauungsplan.

Auf dem Gelände am Odenberg will die Firma Plukon auf einem bisher landwirtschaftlich genutzten Gelände eine neue Abluftbehandlungsanlage bauen, um die Geruchsbelästigungen, unter denen Gudensberg leidet, zu vermindern. Gleichzeitig steht damit jedoch auch eine deutliche Ausweitung der Schlachtkapazität in Verbindung, die beim Regierungspräsidium beantragt wurde.

Die Bürgerinitiative, die über 800 Unterschriften gesammelt hatte, um einen Bürgerentscheid gegen den Bebauungsplan zu bewirken, scheiterte an formalrechtlichen Fragen (wir berichteten).

Bei den Stadtverordneten fanden ihre Forderungen nach einem Nein zu der Planänderung keine Mehrheit, lediglich die vier Grünen-Stadtverordneten stimmten gegen den Beschluss, zwei aus der SPD enthielten sich der Stimme.

Man nehme jedoch die Botschaft des Bürgerbegehrens ernst, betonte Bürgermeister Frank Börner in einer Stellungnahme. Er kündigte an, dass am 21. Januar ein Erörterungstermin mit dem RP zu Fragen der Kapazitätserweiterung des Schlachtbetriebes im Gudensberger Rathaus stattfinden werde zu Fragen wie Verkehrsbelastung, Gerüche, Keime, Massentierhaltung.

Es sei deutlich, dass die Sorgen der Bürger wegen der Massentierhaltung wüchsen, sagte Michael Höhmann für die SPD-Fraktion. Deshalb sei auch die Bürgerinitiative wichtig. Doch beim aktuellen Thema gehe es darum, die Geruchssituation für die Gudensberger zu verbessern. Zudem werde die SPD niemals zustimmen, dass ein bestehender Betrieb vertrieben werde. Es gehe schließlich auch um 400 Arbeitsplätze. In Sachen Tierhaltung müsse man sich für bessere Standards und eine Stärkung der regionalen Produktion einsetzen, sagte er.

Dieter Heer (CDU) betonte, dass Gudensberg für Investoren ein berechenbarer Partner sein müsse. Und er hätte gerne Tiere, die aus der Region kommen und hier auch geschlachtet werden - nicht in Brasilien oder anderswo.

Zu viele Ställe seien durchaus eine Gefahr für den Tourismus im Chattengau, sagte Marcel Breidenstein (Grüne). Der Bebauungsplan habe zudem mit der Erweiterung des Schlachthofes zu tun. Die Grünen wollten, dass nicht noch mehr Geflügelfleisch auf den Markt geschwemmt werde.

Nur die Änderung des Verbraucherverhaltens könne tatsächlich etwas ändern bei der Tierhaltung, meinte Heinrich Pohlmann (FDP). Die BI sei für ihn gelebte Demokratie.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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