Selbsttest HNA-Volontär Benjamin Kling

Zum ersten Mal am Steuer eines Schleppers: Ein Gefühl wie in einem Jet

Homberg. Der Steuerungsjoystick fühlt sich merkwürdig in der Hand an, überall leuchten Anzeigen auf und die erhöhte Sitzposition, knapp zwei Meter über dem Boden, ist sehr ungewohnt. Ich komme mir vor wie in einem Düsenjet, obwohl ich eigentlich in einem Traktor sitze.

Beim Fahrsicherheitstraining des Kreisbauernverbandes habe ich als HNA-Volontär zum ersten Mal die Gelegenheit, selbst einen Traktor zu fahren.

Bisher habe ich die Schlepper nur aus der Ferne gesehen, aber hinterm Steuer habe ich noch nie gesessen. Die Erwartungen an die Fahrt und die Realität unterscheiden sich dann doch sehr. Ich dachte immer, in Traktoren gäbe es nur ein Lenkrad, einen Schaltknüppel und Pedale für Kupplung, Gas und Bremse. Als ich in das Fahrzeug einsteige, bin ich total überrascht. So viel Technik erwarte ich in einem Flugzeug, aber nicht in einem landwirtschaftlichen Fahrzeug.

Voll in die Eisen gestiegen

Bevor ich mich selbst hinters Steuer wage, fahre ich erst einmal bei Florentin Rinnert mit, einem Teilnehmer des Fahrsicherheitstrainings. Die Aufgabe für ihn lautet: Vollbremsung bei 30 km/h. Als der 19-Jährig voll in die Eisen steigt, haut es mich fast aus dem Beifahrersitz. Florentin sagt, dass er selbst auch überrascht war. „So eine Vollbremsung macht man ja normalerweise nicht. Jetzt habe ich mal gesehen, wie sich der Schlepper bei so einer Aktion verhält.“

Nach diesem Erlebnis steht mein großer Auftritt bevor. Eigentlich dürfen die dortigen Traktoren nur von Inhabern eines Führerscheins der Klasse T gefahren werden, doch für mich wird an diesem Tag eine Ausnahme gemacht. Zuerst bekomme ich eine kurze Einführung in die Bedienung des landwirtschaftlichen Raumschiffes. Handbremse lösen, Joystick langsam nach vorne bewegen und Gas geben. Während meine rechte Hand mit dem Steuerungsknüppel hantiert, lenke ich mit links den Traktor sehr langsam durch den aufgebauten Parcours.

Fahrsicherheitstraning für Traktoren

Fahrsicherheitstraining für Traktoren auf dem Gelände der Biogasanlage in Homberg

Das fünf Tonnen schwere Fahrzeug lässt sich überraschend leicht bewegen, und ich habe keine Probleme, es an den Hindernissen vorbei zu steuern.

Nach dieser kleinen Fahrstunde habe ich viel mehr Respekt vor den riesigen Fahrzeugen und auch vor den Menschen, die sie lenken, denn es ist viel komplizierter und technischer, als ich dachte.

Das Fahrsicherheitstraining, wurde zum dritten Mal veranstaltet. Der Kurs war ein Geschenk vom Kreisbauernverband Schwalm-Eder für die 18 Agrarwirtschaft-Absolventen der Friedrich-Ebert-Schule.

Auf diese Weise sollten die Teilnehmer durch Vollbremsungen oder Ausweichmanöver auf Gefahrensituationen vorbereitet werden,“ sagte Stefan Strube vom Kreisbauernverband.

Von Benjamin Kling

Quelle: HNA

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