Gefühl der Freiheit am Burghain: Otto Hartmann ist leidenschaftlicher Wanderer

Den Wanderstab im Griff: Otto Hartmann auf dem Aussichtsplateau am Burghain. Rechts im Bild der Turm der Naumburger Stadtpfarrkirche, links am Horizont der Weidelsberg. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Nein, es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Bei Otto Hartmanns erstem Ausflug zum Burghain in Naumburg, dorthin, wo einst Graf Poppo residierte, war für ihn der Platz einer unter vielen schönen, die die Stadt zu bieten hat.

Das hat sich in den vergangenen 19 Jahren, seitdem lebt Hartmann in der Stadt an der kleinen Elbe, grundlegend geändert. „Je öfter ich hier war, desto lieber wurde mir der Platz.“

Hartmann steht mit Wandermontur auf dem kleinen Aussichtsplateau des Burghains, blickt vorbei am Turm der Stadtpfarrkirche in die Weite, hinüber zur Weidelsburg. Die alte Festung hatten auch Graf Poppos Nachfahren im Blick, wenn sie von ihrem Domizil Richtung Norden schauten – bis 1626, dann wurde die Burg, die der Stadt den Namen gab, zerstört.

Ein wenig wie die Burgherren fühlt sich auch Otto Hartmann hier oben auf knapp 340 Meter Höhe. „Man hat das Gefühl, über allem zu stehen. Es ist ein erhabener Ort“, sagt der 64-Jährige, an dem er gern durchatmet zum Abschluss einer langen Tour durch die Gemarkung. Zu Fuß durch die Natur, das ist sein Ding. Als er nach gut 40 Jahren als Banker in den Ruhestand ging, „habe ich mir eines der schönsten Hobbys zugelegt, das man haben kann: das Wandern“, erzählt der Sohn eines Försters, der in der Nähe von Marburg aufwuchs, dann bis zu seinem Umzug nach Naumburg lange in Ahnatal wohnte.

Inzwischen engagiert sich Hartmann für den Naturpark Habichtswald, führt Gruppen auf den Wanderwegen rund um Naumburg. Oft nimmt er seine Mitwanderer mit hinauf auf das kleine Plateau, auf dem drei große Sitzbänke und der fantastische Ausblick warten. An diesem „historischen Ort“, sagt Hartmann, verweile man noch einige Minuten. Man gönne sich einen Moment der Stille und das Gefühl der Freiheit, ehe man wieder den Abstieg in den Alltag antrete.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare