150. Lehrgang in Ziegenhain

Atemschutzgeräteträger-Training: Gegen das giftige Gas

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Anstrengend: Lisa Pfalzgraf, Robin Stephan und Nicolas Klein (von links) lassen sich in Ziegenhain zu Atemschutzgeräteträgern ausbilden.

Ziegenhain. Im Jahr kommen in Deutschland allein durch das Einatmen von unterschiedlichen Giften 400 Menschen ums Leben: Bei Bränden entwickeln Baustoffe wie Hausrat, Chemikalien oder Isolierungen in Fahrzeugen, Gebäuden oder Industrieanlagen gefährliche Atemgifte.

Immer häufiger müssen deshalb Atemschutzgeräte zum Einsatz kommen. Seit 1990 werden in Ziegenhain Geräteträger ausgebildet. Aktuell läuft der 150. Lehrgang. Der Este Beigeordnete Winfried Becker machte am Wochenende deutlich, wie wichtig eine adäquate Ausbildung sei: „Der Atemschutz gilt mittlerweile als wesentliches Instrument der Feuerwehren.“

Ein großes Dankeschön gehe an die Ausbilder, die zum Teil bereits seit Anfang an in Ziegenhain tätig seien. Dabei machte Bernhard Stirn, einer der erfahrensten Ausbilder, kein Hehl daraus, dass die Ausbildung körperlich wie psychisch anspruchsvoll sei. „Um für diese Gefahrensituation und die teilweise extrem harten Belastungen vorbereitet zu sein, werden Feuerwehrmänner und - frauen im Umgang mit Schutzkleidung und Atemschutzgeräten ausgebildet.“

Voraussetzung sei ein Mindestalter von 18 Jahren, eine abgeschlossene Grundausbildung, eine Sprechfunkausbildung sowie die psychische, fachliche und körperliche Eignung. Die Theorie umfasst 14 Stunden. Hierbei lernten die Kameraden alles über die richtige Atmung, über Atemgifte, die Geräte, die Schutzkleidung und die Einsatztaktik. Unter simulierten Einsatzbedingungen in der Atemschutzübungsanlage lernten die Teilnehmer des Lehrgangs Menschenrettung aus verrauchten Gebäuden. Mindestens ein Mal jährlich müssen die Geräteträger in der Anlage trainieren. Jürgen Störmer, der die Anlage betreut, erläuterte, dass Ziegenhain eine der stärkst frequentierten Anlagen in Hessen sei. Finanziert wird sie vom Kreis. Die meisten Kosten verursachte laut Störmer der Materialverschleiß. Pro Person und Lehrgang lägen die technischen Sachkosten bei 80 bis 90 Euro. Die Anlage selbst sei etwas in die Jahre gekommen. „Eine Generalüberholung ist bereits vorgesehen“, sagte Becker.

Die Kosten der Ausbildung trägt das Land Hessen. Bis heute wurden in Ziegenhain 3016 Männer und 268 Frauen ausgebildet. Von den Teilnehmern kamen dabei 90.000 Dienststunden zusammen, die Ausbilder leisteten 12.000 Dienststunden.

Kreisbrandinspektor Werner Bähr erklärte, dass zukünftig vor allem Flexibilität gefragt sei. „Die Menschen arbeiten nicht mehr von Montag bis Freitag, sondern häufig auch am Wochenende. Das ist eine Herausforderung für die Strukturierung der Lehrgänge.“

Quelle: HNA

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