Der Schützeberg war einst ein bedeutender Ort: Hier stand die älteste Kirche im Wolfhager Land

Gegründet von Sankt Bonifatius

Berg mit Geschichte: Auf dem Plateau des Schützebergs stand einst die Erzpriester-Kirche St. Peter, die im 8. Jahrhundert von Bonifatius gegründet wurde. Nach 1586 wurde sie abgebrochen. Foto:  P.Becker/Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen

Wolfhagen. Der Aufstieg lohnt. 277 Meter hoch ist der Schützeberg nordöstlich von Wolfhagen und bietet einen wunderbaren Blick vor allem in Richtung Kernstadt.

Der Berg ist kirchengeschichtlich von besonderer Bedeutung für das Wolfhager Land. Hier stand ein Sankt Peter geweihtes Gotteshaus, das nach 724 von Bonifatius während seiner Missionstätigkeit in der Region gegründet wurde. 782 wurde die Kirche Eigentum des Petersstifts in Fritzlar.

Das Gotteshaus auf dem Schützeberg war Pfarrkirche für ein größeres Umland, in dem weitere Filialkirchen gegründet wurden. Spätestens 1131 war die Pfarrei Sitz eines Erzpriesters, dem 13 weitere Kirchen unterstanden.

Mit der Gründung der Stadt Wolfhagen begann der Niedergang der Erzpriesterkirche. Der Schützeberger Pfarrer zog 1235 in das wenige Jahre zuvor gegründete Wolfhagen, dessen Stadtkirche noch lange zur Pfarrei Schützeberg gehörte. 1241 fiel die St. Petri-Kirche an das mainzische Kloster Hasungen.

Ab 1586 Steinbruch

Bis 1570 lebten auf dem Berg der Pfarrer der Pfarrei Schützeberg-Altenhasungen und ein Küster. Ab 1586 wurde die Kirche als Steinlieferant für Bauten in Wolfhagen, Zierenberg und Altenhasungen genutzt.

Auf dem benachbarten Friedhof wurden noch bis etwa 1600 die Verstorbenen aus Altenhasungen bestattet. Heute finden dort nur noch die Bewohner der unterhalb des Schützebergs gelegenen Mühlen ihre letzte Ruhe. Die neben dem Friedhof liegenden Schutthaufen geben einen Hinweis auf den Standort der früheren Erzpriester-Kirche. Vom Bauwerk selbst sind nur noch Mauerreste im Erdreich vorhanden. Die Kirchstätte ist heute ein geschütztes Bodendenkmal. (nom)

Quelle: HNA

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