Ortsbeirat macht sich für Sanierung von leer stehender Gaststätte stark

Sie hoffen, dass bald wieder Leben in die Gaststätte einkehrt (von links): Hartmut Hoffmann, Michael Orth, Ernst Faller und Jürgen Cholibois vom Ortsbeirat. Fotos: Laumann

Obermöllrich. Auf dem Tresen liegt eine graue Staubschicht, auf der Kegelbahn rollen schon lange keine Kugeln mehr, und in der Küche zeugt eine weinrote Schürze davon, dass hier einst gekocht wurde:

Die Gaststätte Bürgerhaus in Obermöllrich steht seit mehr als einem Jahr leer. „Kulturell geht hier viel verloren", sagt Hartmut Hoffmann vom Ortsbeirat und zählt auf: „Zennern, Obervorschütz, Cappeln, Geismar, Werkel - Es ist keine Kneipe mehr da." Und auch in dem 650 Einwohner zählenden Fritzlarer Ortsteil Obermöllrich fehle ein Gasthaus an allen Ecken.

Umso enttäuschter ist der Ortsbeirat vom Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Demnach stellt die Stadt für die notwendigen Sanierungsarbeiten in der Gaststätte des Bürgerhauses kein Geld zur Verfügung. 80.000 Euro würden die kosten, 35.000 bis 40.000 Euro entfallen allein für den Brandschutz.

Zwar soll laut Beschlussfassung weiter nach einem Pächter gesucht werden, der Ortsbeirat macht sich aber keine Hoffnungen, schnell jemanden zu finden. „Wer will denn bei den Kosten hier rein?“, fragt Hoffmann. Das wolle sich niemand ans Bein binden.

Seit 1990 verpachtet 

Seit 1990 wurde die Gaststäte von immer wieder wechselnden Pächtern betrieben. Auch wenn der Wirt wechselte, die Obermöllricher hatten die Kneipe stets angenommen. Michael Orth, Ernst Faller, Hartmut Hoffmann und Jürgen Cholibois erinnern sich gerne daran, wie es noch vor ein paar Jahren in der Gasstätte aussah: Konfirmationen, Beerdigungen, Geburtstage: „Das wurde alles hier veranstaltet“, sagt der Ortsbeiratsvorsitzende Michael Orth. Auch die Vereine hätten die Gaststätte genutzt. In einem Clubraum haben sie sich zu Versammlungen und Besprechungen getroffen, selbst der Ortsbeirat hat dort getagt.

Das alles ist nicht mehr möglich. Wer etwa einen Beerdigungskaffee veranstalten möchte, habe kaum Räumlichkeiten dafür. „Entweder es geht in den Saal der Kirchengemeinde oder in die Halle im Obergeschoss des Bürgerhauses“, erklärt Jürgen Cholibois. Der Saal sei für viele Gesellschaften zu klein, die Halle wiederum zu groß. Etwa Passendes dazwischen gebe es nicht.

Und so kämpft der Ortsbeirat weiter um seine Gaststätte. Der Beschluss der Stadtverordneten stellt aus seiner Sicht keine endgültige Entscheidung dar. Die Obermöllricher suchen das Gespräch mit den Verordneten und dem Magistrat. „Sie sollen sich noch einmal die Situation anschauen und dann entscheiden“, wünscht sich Hoffmann. Er ist sich sicher: „Es gibt eine bessere Lösung.“ Sie zu finden, sei eine gemeinsame Aufgabe.

Quelle: HNA

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