Am Mittwoch startet der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ - 21 Orte machen mit

Es geht ums Wir-Gefühl

Eines von 21 Dörfern aus dem Landkreis, die mitmachen: Der Homberger Stadtteil Holzhausen ist beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ dabei. Ab Montag unternimmt die Jury eine Rundreise durch alle Orte. Der Sieger steht am 19. September fest. Foto:  Brandau

Schwalm-Eder. Früher ging es beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ auch um die Frage, ob die Bürgersteige beim Besuch der Bewertungskommission gut gekehrt waren. Und die schaute darauf, ob am Wegesrand das Unkraut gejätet war.

Das aber ist schon lange her: Heute gelten komplett andere Kriterien, wenn es darum geht, ein Dorf in all seinen Facetten zu bewerten, sagt Margot Sauer vom Fachbereich Landwirtschaft und Landentwicklung des Kreises.

Ab Mittwoch schaut sich die fünfköpfige Jury 21 Orte im Schwalm-Eder-Kreis an. Sie alle wollen beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewinnen.

Ganz neue Schwerpunkte

Die Gehsteige spielen dabei die geringste Rolle: Viel wichtiger ist den Prüfern, wie es um die soziale oder kulturelle Arbeit im Dorf bestellt ist, ob es einen Seniorenbeirat gibt, ob das Brauchtum gepflegt wird, das Vereinsleben rege ist und ob neue Mitbürger willkommen sind. Im Fokus stehen auch erneuerbare Energien, ein schneller Internetzugang und Umweltthemen.

Und vor allem, sagt Margot Sauer, schaue man darauf, wie stark denn das Wir-Gefühl im Ort ausgeprägt ist. Diese Schwerpunkte zeigen deutlich auf, wie sehr sich das Konzept verändert hat. Früher ging es darum, dass ein Dorf schöner werden sollte. Heute geht es darum, es lebendiger zu machen. Dafür ist die Bereitschaft der Menschen gefragt, Verantwortung für ihr Dorf und dessen Entwicklung zu übernehmen, über den Tellerrand zu schauen und sich in die Gemeinschaft einzubringen.

In Zeiten des demografischen Wandels, in dem zum einen die Einwohnerzahlen drastisch schrumpfen, zum anderen die Menschen immer älter werden, sei das besonders wichtig, sagt Margot Sauer. So ist es kein Wunder, dass die Jury die meisten Punkte fürs Wir-Gefühl vergibt.

Doch dafür sei es nicht nötig, dass am Bewertungstag das halbe Dorf aus Pflichtgefühl an der Straße steht. „Wir merken schnell, wenn da nur für unseren Besuch eine schöne Kulisse aufgebaut wurde“, sagt Margot Sauer. Der Kommission, betont sie, liege nichts an einer hübschen Fassade, die da für den zweistündigen Jurybesuch errichtet werde. „Uns geht es vielmehr um das, was der Wettbewerb im Namen trägt: die Dörfer sollen tatsächlich mit Leben und Zukunftsperspektiven erfüllt sein.“ Wenn das so ist tragen frisch gebürstete Bürgersteige zu diesem hoch gesteckten Ziel tatsächlich einen eher geringen Teil bei.

So sieht die Route der Bewertungskommission in den kommenden beiden Wochen aus. Der fünfköpfigen Jury gehören Vertreter des Denkmalschutzes, Tourismus, Dorf- und Regionalentwicklung, Naturschutz und Bezirkslandfrauenverein an.

Die Tour

• Mittwoch, 31. August:

* 9.15 bis 11.15 Uhr Guxhagen-Ellenberg, Dorfgemeinschaftshaus

* 11.45 bis 13.45 Uhr Felsberg-Neuenbrunslar, Karl-Angersbach-Haus

* 14.15 bis 16.15 Uhr Felsberg-Beuern, DGH

• Donnerstag, 1. September:

* 8.30 bis 10.30 Uhr Knüllwald-Hausen, Dorfplatz

*11 bis 13 Uhr Homberg-Holzhausen, DGH

* 13.30 bis 15.30 Uhr Wabern-Hebel, Dorfgemeinschaftshaus

• Montag 5. September:

* 9 bis 11 Uhr Willingshausen-Steinau, DGH

* 11.30 bis 13.30 Uhr Willingshausen-Zella, Alte Schule

* 14 bis 16 Uhr Oberaula-Hausen, Karl-Dippoldsmann-Haus, Dorfgemeinschaftshaus

* 16.30 bis 18.30 Uhr Oberaula-Wahlshausen, Dorfgemeinschaftshaus

• Mittwoch, 7. September

* 9 bis 11 Uhr Gilserberg-Heimbach, Dorfgemeinschaftshaus

* 11.30 bis 13.30 Uhr Schwalmstadt-Frankenhain, Dorfgemeinschaftshaus

* 14 bis 16 Uhr Schwalmstadt-Dittershausen, Alte Schule

• Donnerstag, 8. September:

* 8.45 bis 10.45 Uhr Oberurff-Schiffelborn, Dorfgemeinschaftshaus

* 11.15 bis 13.15 Uhr Neuental-Gilsa, DGH

* 13.30 bis 15.30 Uhr Neuental-Bischhausen, Anglerhütte Schwalmbrücke

• Mittwoch, 14. September:

* 8.30 bis 10.30 Uhr Morschen-Binsförth, Bushaltestelle Bachstraße

* 11 bis 13 Uhr Spangenberg-Mörshausen, DGH

* 13.45 bis 15.45 Uhr Melsungen-Günsterode, DGH

* 16.15 bis 18.15 Uhr Melsungen-Röhrenfurth, Infotafel Weserstraße

• Donnerstag, 15. September:

* 8.30 bis 10.30 Uhr Borken-Großenenglis, Hof Brehm,Holderbach 5

* 11 bis 13 Uhr Fritzlar-Ungedanken, DGH

* 13.30 Uhr Auswertung

• Montag, 19. September:

* 14 bis 15 Uhr Bekanntgabe der Siegergemeinden

Quelle: HNA

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