Kampagne soll die Beschäftigung langzeitarbeitsloser Frauen fördern

So geht es zurück in den Job

Schwalm-Eder. Frauen profitieren bisher wenig von der Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Ihr Anteil an den Beziehern von Arbeitslosengeld II ist besonders hoch (54,5 Prozent). Frauen, die länger als zwei Jahre arbeitslos waren, lassen sich nur schwer in ein Arbeitsverhältnis vermitteln.

Das Jobcenter Schwalm-Eder hat deshalb nun eine Kampagne gestartet, um langzeitarbeitslosen Frauen den Weg zurück in eine Beschäftigung zu ebnen. Betriebe können einen einmaligen Lohnkostenzuschuss von bis zu 5000 Euro erhalten. Auch für langzeitarbeitslose Jugendliche gilt diese Förderung.

Der Lohnkostenzuschuss ist gestaffelt, je nach Dauer der Beschäftigung und der Qualifikation der Mitarbeiterin (Hintergrund). Gefördert werden auch Teilzeitstellen. Die Höhe des Auszahlungsbetrages richtet sich dann nach der Stundenzahl. Zusätzlich gebe es einen Bonus von 25 Prozent.

„Wir hoffen, bis zu 80 Stellen fördern zu können.“

Hans-Gerhard Gatzweiler, Jobcenter

„Wir hoffen, so bis zu 80 Stellen fördern zu können“, sagt Hans-Gerhard Gatzweiler, der Geschäftsführer des Jobcenters. Das Programm läuft bis Oktober, aber auch nur so lange, wie das zur Verfügung stehende Geld reicht.

Bei Frauen, die länger als zwei Jahre arbeitslos waren, gebe es eine Reihe von Gründen, die eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt erschweren, sagt Gatzweiler. Im Schwalm-Eder-Kreis sei besonders die Nachfrage in der Dienstleistungs- und Logistikbranche groß; gesucht würden dort aber vorwiegend Männer. Das gelte auch für Handwerksberufe. Im Bereich Gesundheit und Pflege würden zwar auch verstärkt Mitarbeiterinnen gesucht, den langzeitarbeitslosen Frauen fehle aber oft die geforderte Qualifikation.

15 Prozent der betroffenen Langzeitarbeitslosen seien alleinerziehende Mütter, sagt Heike Agha Seyed Lotfollah, die beim Jobcenter Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt ist. Das Angebot an Plätzen zur Kinderbetreuung sei zwar verbessert worden, es reiche aber noch nicht überall aus. Auch fehlende Verkehrsverbindungen seien häufig ein Hindernis, um eine Arbeitsverhältnis einzugehen.

Wenn es überhaupt keine Fahrgelegenheit gebe, könne auch ein Zuschuss zum Kauf eines Autos (bis zu 1500 Euro) gewährt werden.

Ein ähnliches Förderprogramm habe das Jobcenter 2007 für ältere Langzeitarbeitslose angeboten, berichtete Gatzweiler. Die Vermittlungsquoten seien gut gewesen. Gesetzesänderungen hätten dieser Form der Hilfe vorübergehend einen Riegel vorgeschoben, nun sei sie wieder möglich. Das Geld für das Programm nimmt das Jobcenter aus dem eigenen Budget. Gatz-weiler: „Wir hatten in einigen Bereichen leichte Überschüsse.“

Parallel zum Rückgang der Arbeitslosen verringert sich auch die Zahl der Mitarbeiter beim Jobcenter. „Wir verlieren jeden Monat etwa eine Planstelle“, sagt der Geschäftsführer. 33 waren es in den vergangenen zwei Jahren. Derzeit hat das Jobcenter 130 Planstellen. 4844 Menschen waren im April arbeitslos gemeldet (Quote: 5,1 Prozent). 3060 von ihnen sind schon länger auf der Suche nach einem Job.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare