Geht’s hier, bitte, nach Marburg? Reaktionen und Glaubensfragen zur A 49

+
Das Ende naht: Hier bei Bischhausen hört die Autobahn auf. Sie soll durch das Gelände im Hintergrund weitergeführt werden.

Wiesbaden. Die Bundesregierung hat mit der Zusage von 60 Millionen Euro grünes Licht gegeben für den Weiterbau der A 49. Reaktionen aus dem Schwalm-Eder-Kreis.

Schwalm-Eder. Eddie Franke hat sich gestern fast kaputt gelacht: „Als ich 1980 in Marburg anfing zu studieren, da hat der August zu mir gesagt, wenn du mal fertig bist, dann besuche ich dich und fahre über die A 49.“ Der August, das war sein Vater, der Landrat. Eddie heißt in Wahrheit Prof. Dr. Edgar Franke, ist Bundestagsabgeordneter der SPD und intelligenter Zweifler.

Auf unsere Frage, ob er daran glaube, dass die A 49 wirklich weitergebaut wird, antwortete er mit der Geschichte vom Landrat und Vater August Franke und ergänzte: „Ich würde mich freuen, wenn ich es noch erleben würde.“ Den Weiterbau. Franke ist 50.

Lesen Sie auch

Bund sagt 60 Mio. Euro für Weiterbau der A49 zu - Vorbereitungen laufen

Ein ganzes Stück jünger, 39 Jahre, ist der Neuentaler Bürgermeister Kai Knöpper, im Humor jedoch ebenbürtig: „Wenn bei jedem Spatenstich zur A 49 ein Kammmolch getroffen worden wäre, hätten wir dieses Problem auch gelöst.“ Über den Kammmolch redet heute keiner mehr, dafür aber über politische Zwänge. Wenn der FDP-Mann aus Neuental die Ankündigungen des FDP-Mannes aus Wiesbaden hört, dann kriegt er „ein komisches Gefühl beim Blick auf den Terminkalender. Am 27. März ist Kommunalwahl“. Und so betätigt sich Kai Knöpper als Oberskeptiker: „Wenn das wieder ’ne Luftnummer wird, dann wird es für die FDP schwierig, noch Wähler zu finden.“ Aber: „Die Hoffnung habe ich, allein mir fehlt der Glaube.“

Mit dem Glauben hat es auch der Bürgermeister von Gilserberg, Lothar Vestweber, SPD: „Das ist eine unendliche Geschichte. Man hat den Glauben schon fast verloren.“ Und auch sein Kollege Günter Schlemmer, SPD, aus Jesberg, hat damit Probleme: „Mit dem Glauben ist das etwas schwierig. Aber ich hoffe, dass es endlich weitergeht im Sinne der Menschen, die an der B 3 jeden Tag den Lärm und Gestank von 10 000 Fahrzeugen ertragen müssen.“

Ganz anders der Bad Zwestener Bürgermeister Michael Köhler. Ja, sagt der FDP-Mann, er glaube daran. „Weil ich merke, dass sich eine Reihe von politisch Verantwortlichen intensiv und konsequent dafür einsetzt.“

Ein gläubiger Mensch ist auch der Borkener Bürgermeister Bernd Heßler, SPD: „Ich glaube jetzt erst mal, dass die Autobahn von Neuental bis Schwalmstadt gebaut wird.“ Denn: „Wir waren noch nie so nah dran. Der Posch will das, und der Posch kämpft auch dafür.“ Er, Heßler, wage jedoch keine Prognose, wann der zweite und der dritte Abschnitt an die Reihe kommen.

Von Reinhard Berger

Mehr Reaktionen lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare