Nach Hausbrand in Geismar

Geismarer überwältigt von Unterstützung - Er will einfach Danke sagen

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Hier sitzt er oft und denkt nach: Michael Hantke lebt derzeit bei seiner Tochter in Wellen. Auf der Terrasse verbringt er viel Zeit und versucht, das Vergangene zu verarbeiten. 

Nachdem er in Geismar bei einem Brand fast alles verloren hat, ist er über die breite Unterstützung sehr dankbar. Nun will er einfach nur Danke sagen.

Die wenigsten Menschen können sich vorstellen wie es sich anfühlt, wenn ein Großteil des Lebens vor den eigenen Augen in Flammen aufgeht. Doch Michael Hantke aus Geismar weiß es. Der Geismarer hat in der vergangenen Woche seine Ehefrau, seine drei Hunde und sein Zuhause bei einem Brand verloren. Es sei ein Verlust, den er noch immer nicht greifen könne, sagt er.

Doch neben den vielen innerlichen Tiefpunkten sei da noch ein anderes Gefühl, das Hantke und seine Familie derzeit beschäftige: Dankbarkeit. Dankbarkeit für die große Hilfsbereitschaft, die gerade von allen Seiten vor allem auf Hantke einprasselt. 

„Eigentlich müssten Sie das Wort ‘Danke’ im Artikel in Großbuchstaben schreiben“, sagt er. In viele andere Worte könne er seine Reaktion auf dieses überwältigende Engagement nämlich nicht fassen.

Geismar: Unterstützung in jeder Form

Wohnungsangebote, Einrichtungsgegenstände, Kleidung, finanzielle Hilfe – zahlreiche Menschen wollen den Geismarer auffangen, wollen ihm zeigen, dass ihn jemand hält. Doch es sind nicht nur die Sachspenden, die ihm Halt geben.

„Ein ganz großer Dank geht auch an meine Tochter, die mir Unterschlupf gibt und mir mit dem ganzen Papierkram hilft.“ Sarah Römer lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Wellen, ebenso wie ihre Schwester. Hantkes dritte Tochter wohnt in Aachen. „Wir alle halten zusammen“, sagt er.

Freunde geben Halt

Seine besten Freunde Rainer und Andrea Reinemer haben ein Spendenkonto über die evangelische Kirchengemeinde eingerichtet. Über die sozialen Medien rufen sie zur Hilfe auf. „Manchmal stehe ich da und denke einfach nur: Wow.“ 

Zu seinen besten Freunden dürfe er immer kommen, stoße jedes Mal auf ein offenes Ohr. Bei ihnen habe der Lagerist zeitweise das sogar Gefühl, die Welt sei noch in Ordnung. So richtig sei das Ereignis ohnehin noch nicht in seinem Kopf angekommen.

Besonderer Dank an die Einsatzkräfte

Dankbar sei die Familie außerdem den Feuerwehren und der Polizei. Vor allem die Polizistin Pia Nitschke sei Hantke an dem furchtbaren Tag ein „wunderbarer Halt“ gewesen. „Sie war einfach da“, beschreibt er. Zum Reden. Zum in den Arm nehmen.

Jeden Tag fährt der Geismarer zu seinem Haus und versucht zu realisieren, was passiert ist. Ein treuer Gefährte ist dann immer vor Ort und leistet ihm Gesellschaft. Kater Bobbel konnte sich vor dem Feuer retten. 

„Es tut gut, ihn auf den Arm zu nehmen und zu knuddeln.“ Tiere könnten zwar nicht sprechen, aber manchmal brauche es auch gar keine Worte. Die richtigen gebe es in dieser Situation schließlich sowieso nicht.

Quelle: HNA

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