Geißböcke lassen’s knattern: Bikertreffen in Schwalmstadt 

Gleichgesinnte willkommen: Der Motorradclub Schwalmstadt veranstaltet sein 40. Treffen im Schlosspark in Loshausen. Foto: privat/nh

Ziegenhain. Biker zu sein - das ist ein echtes Lebensgefühl. Zumindest wenn es nach Klaus „Häufy“ Ströhler geht. „Wir waren einfach stolz, mit 16 ein Moped zu fahren. Uns hat es nichts ausgemacht, nass zu werden. Heute kriegen die jungen Leute gleich ein Auto“sagt der 61-Jährige.

Was Ströhler mit 16 fühlte, konserviert er seit mehr als vier Jahrzehnten mit Gleichgesinnten im Motorradclub Schwalmstadt. Am nächsten Wochenende erwarten die Mitglieder bei ihrem 40. Motorradtreffen im Schlosspark Loshausen Biker aus ganz Deutschland.

Seinen Ursprung fand der Club 1968 im Jugendzentrum in Ziegenhain. „Kaum waren wir 16 fuhren wir mit unseren 50-ccm-Maschinen Marke Herkules, Kreidler oder DKW vor. Schnell waren wir mehr als 20 Mopedfans“, erzählt Ströhler. 1969 sei der Film „Easy Rider“ in die Kinos gekommen: „Von da an ging in Ziegenhain die Post ab.“ Von da an sei geschraubt worden. „Die Mopeds wurden in Copper - mit hohen Lenkern, Rückenlehnen und frei gelegten Hinterrädern.“ Angeschafft worden sei damals auch eine Jeans-Weste – Kutte genannt – mit dem entsprechenden Rückenaufnäher, der Colour heißt.

„Wir nannten und „Rolling Fleet“ und waren jedes Wochenende unterwegs“, erzählt Häufy. Als die Mitglieder volljährig wurden, löste sich die Gruppe auf. Einige kauften sich Motorräder, andere „machten auf Hippie“ oder „normal“: „Sie kauften sich Autos und gingen mit ihren Mädchen in die Disko.“ Die übrig gebliebenen Biker gründeten 1973 den Motorradclub Schwalmstadt. Das erste Treffen fand zwei Jahre später am Dillicher See statt. „Wir hatten zum ersten internationalen Geißbocktreffen geladen - benannt nach unserem Maskottchen, einem lebenden Ziegenbock, dem Wappentier Ziegenhains“, erläutert Ströhler, seit 2000 „Presi“ (Präsident) des Clubs.

Umzug in den Schlosspark

1978 zogen die Motorradfreunde mit ihrem Treffen in den Schlosspark um: „Der damalige Landrat Pfuhl kam uns damals zu Hilfe, weil eine seiner Töchter ebenfalls Motorrad fuhr.“ Clubraum sei in der Anfangszeit eine Baracke auf einem Firmengelände gewesen. 1974 mieteten die Mitglieder die Räume einer früheren Wäscherei im Steinweg von der Stadt an. In Eigenleistung richteten sich die Biker dort ihr Clubhaus ein. Treffpunkt ist dort immer freitags ab 21 Uhr.

Mit der Clubfahne: Präsident Klaus „Häufy“ Ströhler mit der Clubfahne. Foto: Rose

Freundschaften pflegt der Club mit anderen Clubs der Region, besonders aber zu den Motorrad-Freunden Marktoberdorf im Allgäu. „Seit mehr als 33 Jahren besuchen wir uns gegenseitig“, erzählt Ströhler. Doch nicht nur das Feiern stehe bei den Bikern im Mittelpunkt: „Wir bieten regelmäßig Verkehrssicherheitstrainings an und beteiligen uns mit einem Wagen am Festzug der Salatkirmes.“

Aktuell hat der Club 34 Mitglieder. „Das jüngste Mitglied ist 40, fast alle anderen sind auch Gründungsmitglieder“, sagt Klaus „Häufy“ Ströhler.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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