Die Kleine Bühne Schwalm-Eder spielt Dickens´ „Fröhliche Weihnachten, Mr. Scrooge“

Die Geister, die er rief

Schauspielerisches Großaufgebot: Das Ensemble der Kleinen Bühne Schwalm-Eder in Dickens´ Weihnachtsklassiker „Fröhliche Weihnachten, Mr. Scrooge“. Foto: Ehl-von Unwerth

Homberg. Vor dreizehn Jahren schlüpfte Ralf-Peter Stiefel erstmals in die Theaterfigur des herzlosen alten Geizhalses Ebenezer Scrooge. Nun steht er in der Hauptrolle von Charles Dickens´ weihnachtlicher Erzählung „Fröhliche Weihnachten, Mr. Scrooge“ abermals auf den Bühnenbrettern der Homberger Stadthalle – und das aus gutem Grund: Dem einstigen Erfolg des Stückes trägt die Kleine Bühne Schwalm-Eder auf vielfache Nachfrage jetzt mit einer Neuauflage Rechnung.

Ein darstellerischer „Wiederholungstäter“ ist auch der mit 75 Jahren älteste Darsteller Josef Maschita. Obwohl sich der langjährige Akteur bereits vor einiger Zeit von der Schauspielerei zurückzog, kehrt das Urgestein mit der markanten Stimme in der Rolle von Scrooges verstorbenem Geschäftspartner noch einmal auf die Stadthallenbühne zurück.

Viktorianische Epoche

Der Text sei nach all den Jahren doch leicht in Vergessenheit geraten, aber hin und wieder komme den alten Hasen eine Passage durchaus bekannt vor, sagt Susanne Braun. Als Regisseurin stellte sie sich der Herausforderung, aus dem großen Ensemble und den unterschiedlichen Bühnen-Charakteren ein stimmiges Gesamtgefüge zu gestalten. Dabei wird die viktorianische britische Epoche des 19. Jahrhunderts durch Bühnenbild, Kostüme sowie auch durch die menschlichen Konstellationen im Stück lebendig.

Der Protagonist Ebenezer Scrooge, von Beruf Geldverleiher, ist ein Weihnachtsmuffel. Ungeachtet der allgemeinen festlichen Stimmung voller Liebe und Wohltätigkeit benimmt er sich seinen Mitmenschen gegenüber boshaft und kleinlich.

Erst als er vom Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley sowie den Geistern der vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Weihnachtsfeste heimgesucht wird, beginnt sich sein von Habgier und Selbstsucht geprägtes Verhalten endlich zu ändern.

Dazu trägt nicht zuletzt die jüngste Akteurin im Stück bei: In der Rolle des kleinen Tim sorgt die neunjährige Anouk Boland dazu bei, dass sich der profitsüchtige, kaltherzige Egoist zu einem gütigen und wohltätigen Menschen wandelt. Und ganz nebenbei erobert sie auch die Herzen der Zuschauer im Sturm. HINTERGRUND

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare