Weisheit seit 1. November neuer Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Besse

Es ist bunt im Wohnzimmer der Familie: Besses neuer Pfarrer Kristof Weisheit (29) und Ehefrau Annika (31) mit Töchterchen Martha (10 Monate), die sich ausbreiten darf. Foto: ula

Besse. Diesem Lächeln kann keiner widerstehen: Die zehn Monate alte Martha Weisheit ist eine echte Trumpfkarte für ihren Vater, der seit einigen Tagen mit Frau und Kind das große Pfarr- und Gemeindehaus in Besse bewohnt. Es ist die erste Pfarrstelle für den 29-Jährigen.

Kristof Weisheit hat im Edermünder Ortsteil Besse, mit 3500 Einwohnern eines der größten Dörfer des Landkreises, am 1. November die Stelle des evangelischen Pfarrers übernommen. „Edermünde hat uns angesprochen“, sagt er im Rückblick auf die Entscheidung, wieder nach Nordhessen zurück zu kehren. Denn seine Vikariatszeit verbrachten er und seine Frau Annika, die ebenfalls Pfarrerin ist, in der Nähe von Hanau.

Die Weisheits kommen quasi nach Hause, denn Kristof ist gebürtiger Ihringshäuser, Annika stammt aus dem Breunaer Ortsteil Wettesingen. Das ländliche Umfeld, die dörflichen Strukturen sind beiden nicht fremd.

„Wir haben uns immer wohl gefühlt in der dörflichen Umgebung“, sagt der neue Pfarrer, eher als im städtischen Bereich. Sie schätze sehr, was man in einem Dorf habe, ergänzt Annika Weisheit: Vertrautheit mit den Nachbarn, gute Kontakte, die Nähe. „Und wenn man mal anonym sein will, kann man ja schnell nach Kassel ins Kino fahren“, sagt sie. Die nahe Großstadt habe was für sich.

Durchaus mit Respekt, aber auch mit großer, positiver Erwartung blickt Kristof Weisheit auf sein künftiges Tätigkeitsfeld. Es sei schön, dass es in Besse diese eine Kirchengemeinde gebe, er nicht in mehreren Orten unterwegs sein müsse. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, sind sie sich einig.

Schön findet er die starken Konfirmandengruppen, die engagierte Jugendarbeit, dort will er mitmachen. Auch die große Kindertagesstätte, deren Träger die evangelische Kirchengemeinde ist, sei ein interessantes und wichtiges Aufgabenfeld.

Für die ältere Generation, besonders im Altenzentrum von Hephata, sind mehrere Pfarrer zuständig. Er habe erfahren, dass manche Senioren den Gottesdienst dort besuchen, weil der Weg in die alte Besser Wehrkirche auf dem Berg zu beschwerlich sei, sagt Weisheit.

Zunächst werden er und seine Frau sich Zeit nehmen, ihre neue Umgebung, ihre Gemeinde besser kennenzulernen. Die Pfarrstelle teilen werden sie sich nicht, Anika Weisheit will irgendwann eine eigene Stelle übernehmen.

Kristof Weisheit hat schon einige Ideen, auch aus seiner Ausbildung und dem Vikariat. Aber er werde ganz sicher nichts Neues mit der Brechstange durchsetzen wollen. Bei seinen bisherigen Kontakten mit dem Kirchenvorstand haben er und seine Frau sich willkommen gefühlt in Besse. Man sei in der Gemeinde offen für den Neuen und das Neue, das er anbiete. Das sei ein beruhigendes Gefühl. „Der Vertrauensvorschuss für uns ist groß“, sagt Weisheit.

Gerade angesichts der schwergewichtigen Jahreszeit, in die er jetzt starte, hält er gutes Arbeitsklima für sehr wertvoll. Die Trauertage, die Adventszeit, die Weihnachtstage: Es gibt halt jetzt jede Menge zu tun für einen Pfarrer.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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