Frühzeitiges Handeln wichtig

Gelbrost: Pilzbefall im Landkreis bedroht Weizenernte

Wolfhager Land. Eine Pilzkrankheit bedroht die Ernte der Landwirte im Altkreis: Vielerorts hat der so genannte Gelbrost die Weizenfelder befallen. Wird das Getreide zu spät oder gar nicht mit Fungiziden behandelt, droht der komplette Ernteverlust.

Der Gelbrost wird anhand gelber, kreisförmiger Flecken in den Feldern sichtbar. Auslöser für den Befall war ein zu milder Winter, wie Johannes Gerold vom Kreisbauernverband Kassel erklärt. So habe der Pilz gute Bedingungen vorgefunden, um sich zu vermehren. Dabei treten die größten Vorkommen in der Mitte der Felder auf, weil sich dort die Feuchtigkeit am längsten halte. Bereits Ende April haben die Bauernverbände auf das Problem hingewiesen und den Landwirten eine entsprechende Behandlung empfohlen.

Ist der Weizen erst einmal von der Pilzkrankheit befallen, sei schnelles Handeln notwendig, heißt es beim Kreisbauernverband. Innerhalb von drei bis fünf Tagen kann sich die Gelbrost-Infektion stark ausbreiten. Aus diesem Grund sieht man zurzeit oft Bauern mit Traktoren und Spritzen auf den Feldern, die gegen die Infektion ankämpfen. „Viele Landwirte haben schon wesentlich mehr Fungizide einsetzen müssen, als in den Jahren zuvor“, so Gerold.

Vor einem noch größeren Problem stehen Landwirte, die sich von der konventionellen Landwirtschaft verabschiedet haben und ihren Betrieb auf Biolandwirtschaft in den vergangenen Jahren umgestellt haben: Sie können keine Chemie einsetzen. Hier heißt es beobachten und abwarten, was die Ernte noch bringt.

Landwirte wie Horst Hohmann aus Breuna rechnen jetzt schon mit Ernteeinbußen von bis zu 20 Prozent. Welcher finanzielle Schaden entsteht und wie sich die Preise für Weizen entwickeln, wird sich nach der Ernte zeigen. Der tatsächliche Ertragsverlust ist erst dann erkennbar. (ygc/kos)

Quelle: HNA

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